Viele flämische Gemeinden nicht sicher gegen Hacker

Der Verband der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) zeigt sich über die Tatsache, dass jede fünfte Kommune im Land nicht gegen Hacker-Angriffe gesichert ist, besorgt. Die VRT-Nachrichtenredaktion hatte herausgefunden, dass viele Gemeinden keine sicheren Internetverbindungen für ihre digitalen Schalter nutzen. Der VVSG wird den entsprechenden Bericht eingehend analysieren.

Bei VRT-Recherchen kam heraus, dass etwa jede fünfte Gemeinde in Flandern keine sichere HTTPS-Verbindung bei ihren digitalen Angeboten und bei der Anwendung von WiFi oder anderen drahtlosen Systemen nutzt und somit kaum gegen Hacker-Angriffe gesichert ist.

Das bedeutet zum Beispiel, dass Kriminelle im Netz ohne große Probleme persönliche Daten von Privatpersonen aus den Kommunalverwaltungen abschöpfen können.

Der Verband der flämischen Kommunen ist besorgt und will mit Hochgeschwindigkeit an der digitalen Absicherung der Datenbanken in Städten und Gemeinden arbeiten. Der VVSG legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass 80 % der Kommunen sehr wohl gegen Cyberkriminalität abgesichert seien.

Inzwischen wächst dementsprechend auch die Sorge auf Ebene der Gemeinden selbst und auch auf Ebene der Bevölkerung. Die Bürger gehen eigentlich davon aus, dass ihre Daten sicher sind. Beim VVSG heißt es dazu: „Die Menschen müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten sicher sind. Wir arbeiten daran.“

Neue Regelwerke treten bald in Kraft

Offenbar arbeiten viele Städte und Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern mit externen Anbietern und diese nutzen wohl selbst nicht immer sichere HTTPS-Verbindungen, wie die VRT-Analyse ergab. Ein weiteres Problem ist allerdings auch die Unkenntnis auf Ebene der Kommunalverwaltungen und ein fehlendes Bewusstsein in Sachen Cybersicherheit.

Miguel De Bruycker, Direktor des belgischen Zentrums für Cybersecurity, sagte am Mittwochabend in der VRT-TV-Sendung „Terzake“ („Zur Sache”), dass 61 Kommunen von dem Problem betroffen seien: „Es ist notwendig, dass Gemeinden und andere Gremien, die mit privaten Daten umgehen, sich selbst korrekt absichern. Nächstes Jahr tritt die GDPR (General Data Protection Regulation) in Kraft. Und wir beim Zentrum für Cybersecurity bringen in Kürze einen allgemeinen Referenzführer heraus. Wir erwarten von den Kommunen, dass die diese Regeln denn auch anwenden.“