Belgiens Innenminister zu Katalonien: "Mein Herz ist dort"

Die Situation bei der umstrittenen Abstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens droht zu eskalieren. Belgiens Innenminister Jan Jambon macht sich aber noch keine Sorgen. Er betont, dass das Referendum nur der Beginn eines Prozesses sei. Belgiens Premier Charles Michel sagte hierzu wiederum, dass Spanien und Katalonien selbst aus dieser Sache kommen müssten. Europa dürfe sich hier nicht einfach in innere Angelegenheiten einmischen.

Im VRT-Radio betonte Belgiens Premier: "Ich will mich nicht in die Innenpolitik einmischen, deshalb sage ich: 'Wir sind wachsam und verfolgen die Situation sehr genau. Aus Sicherheitsgründen hoffen wir natürlich auch, dass es ruhig und friedlich bleiben wird. Das ist unsere Priorität in Europa. Die einzige Möglichkeit ist ein echter politischer Dialog. Eine Diskussion zwischen Tauben funktioniert nicht'."

"Sie müssen sich an einen Tisch setzen, um zu besprechen, was die potenziellen Folgen in den nächsten Stunden und Wochen sind", fügte der Premier noch hinzu.

Er besuchte im Rahmen des Tages der offenen Tür bei Unternehmen in Flandern gemeinsam mit Innenminister Jan Jambon die Polizei in Knokke. Minister Jambon sagte, dass das Unabhängigkeitsreferendum nur der Beginn eines Prozesses sei. 

Als flämischer Regionalist folgt Jambon (N-VA) das Geschehen in Katalonien besonders genau: "Ich war oft genug mit den katalanischen Freunden dort, um sie in ihren legitimen Zielen zu unterstützen. Also ja, mein Herz ist bei ihnen. Das ist noch etwas anderes als die politische Verantwortung, die man trägt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird das vielleicht Thema am europäischen Tisch sein. Doch das passiert im Laufe eines Prozesses. Und wir werden schon sehen, unter welchen Umständen das dann sein wird."