Wird Flandern noch teuer für Grünstrom bezahlen?

Für Flandern wird es besonders schwer, die Ziele im Bereich der grünen Energie zu holen. Der Grund: Der vorhandene Grünstrom reicht nicht aus und die Biomasse-Anlagen sind weggefallen. Doch auch bei der umweltfreundlicheren Gestaltung des Verkehrs - das heißt bei der Mischung von Biotreibstoffen in Diesel und Benzin - hinkt Flandern hinterher. Die grünen Treibstoffe werden zu 20 Prozent in die Ziele von 2020 eingerechnet. Doch die flämische Regierung hat den Anteil schon auf 16 Prozent gesenkt.

Der Bioethanol oder Biodiesel, mit dem wir unsere Autos betanken, sind wichtig zur Erreichung der europäischen grünen Energieziele. Offenbar mischen wir aber nicht genug dieses grünen Treibstoffes in unsere Fahrzeuge. Das geht aus Zahlen der flämischen Regierung hervor.

So betonte Kollege Luc Pauwels, Experte für Energiefragen in der VRT, in der Polit-Talkshow "De Zevende Dag": "Geplant war, dass etwa 20 Prozent der grünen Energie mit eingerechnet würden. Doch jetzt sind neue Zahlen veröffentlicht worden und man wird diesen Anteil senken: Von 20 auf 16 Pozent. Das bedeutet, dass wenn man nur 16 statt 20 Prozent der grünen Treibstoffe hineinmischt, ein Äquivalent von hunderttausend Dächern mit Sonnenkollektoren und noch einmal hundert Windturbinen 'verloren' gehen."

Der flämische Energieminister Bart Tommelein reagierte hierauf mit den Worten: " Dann müssen wir den Rückstand eben ins Jahr 2018 mitnehmen."

Und in 2018? "Ich muss die Ziele erreichen", so Tommelein auch noch.

Flandern droht in Sachen Grünstrom, hinterherzuhinken. Aufgrund des Wegfalls der Biomasse-Anlagen in Langerlo, muss es mehr Strom aus Wind und Sonne gewinnen. Doch das ist ein Problem, weiß Pauwels.

"Wir brauchen 100.00 Sonnendächer. Schätzungen zufolge werden wir bestenfalls 50.000 haben. Dann brauchen wir noch vier Jahre lang 107 Windturbinen. Wir haben heute - das sagt der Sektor, aber auch die Regierung - gerade einmal 45."

Minister Tommelein kann zwar behaupten, dass die Ziele erreicht werden, schwierig wird es aber in jedem Fall.

"Wenn wir das nicht schaffen, bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder wir werden 2020 Grünstrom hinzukaufen müssen und das wird teuer, denn es gibt noch andere Länder, die die Ziele nicht erfüllen werden und die auch nach anderen Ländern Ausschau halten, um grünen Strom zu kaufen. Oder wir werden Bußgelder an Europa zahlen müssen."