"Kernspintomographen machen Überstunden"

Der belgische Radiologen-Verband bemängelt den akuten Mangel an MRI-Scannern in unserem Land. Patienten, die eine Kernspintomographie brauchen, müssen nicht selten früh morgens, spät am Abend oder sogar am Wochenende in den Kliniken vorstellig werden, um behandelt zu werden. „Die bestehenden und anerkannten Geräte leisten Überstunden“, so der Verbandsvorsitzende dazu.

Geert Villeirs von der Uniklinik Gent (UZ Gent) ist derzeit Vorsitzender des belgischen Radiologen-Verbandes und er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Problem bereits seit 2014 akut sei. Damals sei mit der Bundesregierung abgesprochen worden, 12 neue MR-Scanner, auch Kernspintomographen genannt, anzuschaffen:

„Teil des Abkommens war, alle nicht anerkannten Geräte nicht mehr zu nutzen. Nach einer Zählung waren dies 17 Scanner. Das bedeutet, dass die Kapazität danach um 5 Geräte zurückgegangen ist.“ Derzeit arbeiten 121 Kernspintomographen in belgischen Kliniken.

Die Wartelisten für einen solchen Scan haben in der letzten Zeit leicht zugenommen, doch ärgeres konnte vermieden werden, da die MR-Scanner fast rund um die Uhr im Einsatz seien. Die Zahl der Kernspintomographien habe seit dem vergangenen Jahr um 5 bis 10 Prozent zugenommen. Das bedeutet natürlich auch, dass das diese Geräte bedienende Pflegepersonal in den Kliniken unter Dauerstress steht…

Radiologen-Vorstand Villeirs sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad und der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dieser Zustand langfristig nicht zu halten sei: „Darin sind sich alle einig, doch es ist nicht so einfach, zusätzliche Scanner zu stationieren. Die neuen Apparate müssen geographisch optimal platziert werden und dies verlangt Verhandlungen zwischen Bund und Ländern, damit die entsprechenden Budgets ausgeglichen bleiben.“