Belgiens Cyberschützer suchen Phishing-Mails

Das Zentrum für Cybersicherheit (CCB) der belgischen Bundesregierung bittet die Internetnutzer im Land darum, im Laufe dieses Monats alle Phishing-Mails weiterzuleiten, die sie möglicherweise erreichen. Danach sollten diese Eingänge gelöscht werden, so der Aufruf. Das CCB will entsprechende Mails untersuchen und die Urheber aufdecken.
McPHOTO / INSADCO / Bilderbox

Mit diesem Aufruf will das Zentrum für Cybersicherheit Phishing-Mails automatisch untersuchen und die Internetnutzer im Land gegen solche Machenschaften schützen. „Diese Emails gehen dann automatisch durch ein Detektionssystem. Findet sich dort ein verdächtiger Link, wird dieser über ein europaweites System in eine Datenbank, eine schwarze Liste, eingetragen, die wiederum über die vier wichtigsten Browser läuft.“, sagte CCB-Direktor Miguel de Bruycker dazu.

Zudem verlinkt das System verdächtige oder schädliche Beilagen aus diesen Phishing-Mails mit den Datenbanken von Produzenten von Software, die Computer vor Viren schützt, so De Bruycker weiter. Aus Angaben von Eurostat, dem Statistikamt der EU, ist ersichtlich, dass z.B. 2015 9 % der Internetnutzer in Belgien Opfer von Betrug im Internet waren. Das liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt, der im gleichen Jahr bei „nur“ 2 % lag.

Melden kann man solche Mails über www.ccb.belgium.be. Phishing-Mails sind Emails, in denen Kriminelle versuchen, Personen via Internet vertrauliche Login-Daten für Email-Konten, soziale Netzwerke oder Bank- und Kreditkartendaten zu entlocken.

Inzwischen steigt auch die Zahl derer, die in Belgien via Internet auf scheinbar kostenlose Angebote hereinfallen und zum Beispiel so kostenpflichtige Abos für alle möglichen Dinge erwerben. Die entsprechende Beschwerdestelle der belgischen Bundesbehörden stellte 2016 einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Fälle fest. 2015 gingen 599 Beschwerden ein, 2016 jedoch schon 977.

Belgiens Minister für Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherschutz, Kris Peeters (CD&V), wird im kommenden Jahr 1 Mio. € zusätzlich für den Kampf gegen Betrug im Internet freimachen. Mit diesen Mitteln soll das Bundeswirtschaftsministerium die Möglichkeit erhalten, betrügerische Internetseiten zu sperren.