Erfolgreicher Verkehrsplan und Schrottprämie in Gent

Im April dieses Jahres führte die Stadt Gent ihren lange erwarteten Verkehrsplan ein, der weite Teile der Innenstadt autofrei gestaltete und Fahrrädern und Nahverkehr den Vorzug gab. Dadurch sank die Zahl der innerstädtischen Verkehrsunfälle. Jetzt zahlte die Stadt Gent auch die ersten Schrottprämien aus. Damit sollen ältere und umweltschädliche (Diesel)Fahrzeuge aus der Stadt verschwinden.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Gent ist seit der Einführung des neuen Verkehrsplans im April um 28 % gesunken, gab der Mobilitätsschöffe der Stadt, Filip Watteeuw (Groen), bekannt. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten ging sogar um 40 % zurück.

Der Genter Verkehrsplan gilt für das gesamte Gebiet innerhalb der Ringstraße R40. Watteuw legt Zahlen vor, nach denen der Verkehrsplan in seiner Stadt als Erfolg gewertet wird: Die Zahl der Radfahrer sei um 20 % angestiegen und die Zahl derer, die vom Auto auf Busse und Bahnen umgestiegen seien, liegen je nach Tageszeit zwischen 10 und 15 %.

Nächste Phase: Schrottprämien

Am Mittwochnachmittag zahlte die Stadt Gent den ersten Autobesitzern eine Schrottprämie. Solche Prämien werden in Zukunft an Autofahrer aus dem Genter Innenstadtbereich vergeben, die ein Fahrzeug, das älter als 15 Jahre ist, aus dem Verkehr ziehen und verschrotten lassen. Für einen alten Diesel zahlt Gent 1.000 € und für entsprechende Benzin- oder Gasfahrzeuge immerhin noch 750 €.

Interessant dabei ist, dass Gent eine Umweltzone erst ab 2020 einführen will. Doch schon jetzt bemüht man sich dort, Altfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß aus der Innenstadt zu verbannen. Kritiker bemängeln, dass Gent hier Steuergelder rauswirft, doch die Verantwortlichen im dortigen Rathaus sind davon überzeugt, dass jede Maßnahme gegen die Luftverschmutzung eine gute Sache ist. Theoretisch könnten 3.000 Altautos so noch vor 2020 aus der Stadt gebracht werden.

Der Kommunalhaushalt sieht dafür ein Budget für 500 Schrottprämien pro Jahr vor. Gent ist die erste Stadt in Belgien, die eine solche Prämie einführt. In Antwerpen hält man dies für Geldverschwendung und in Brüssel hieß es dazu, dass man für jedes abgemeldete Fahrzeug Jahresabos für den öffentlichen Nahverkehr vergebe.