Fair Trade-Woche für bewussten Konsum

Fairtrade Belgien organisiert in diesen Tagen zum 16. Mal eine Fair Trade-Woche, die in diesem Jahr von 4. bis zum 14. Oktober dauert. Auch jetzt will der Verband für ehrlichen Handel und Wandel wieder versuchen, Verbraucher davon zu überzeugen, Produkte zu erwerben, über die die Hersteller an der Basis gerecht entlohnt werden.

Fairtrade Belgien wählt dafür keine Protestumzüge oder medienträchtige oder spektakuläre Aktionen mit mobilisierten Menschenmassen, sondern den Weg direkt über den Handel. Auch die diesjährige Aktion will versuchen, die Verbraucher im Lande davon zu überzeugen, nicht immer das günstigste Produkt zu kaufen, sondern auch einmal ein Produkt, dass vielleicht etwas teurer ist, doch mit dem die Hersteller an der Basis einen ehrlichen Lohn erhalten.

In erster Linie zielt der Fair Trade-Handel auf die Landwirtschaft, denn von den rund 800 Millionen Menschen, die derzeit in bitterster Armut leben müssen, sind etwa drei Viertel Bauernfamilien. „Die, die teilweise für unsere Lebensmittel sorgen, haben selbst oft keine richtige Mahlzeit auf ihren Tellern“, so Manon Acke von Fairtrade Belgien.

Die Verantwortlichen für diese Fair Trade Woche werten jeden Ankauf eines entsprechenden Produktes im 10tägigen Zeitraum dieser Aktion auch als einen Protest gegen die Ungerechtigkeit im Lebensmittelbereich und gegen ungerechte Bezahlung in der Landwirtschaft in der Dritten Welt. Sie hoffen, dass sich dieses Mal mindestens 750.000 Landsleute dazu entscheiden, ehrliche Produkte zu erwerben.

Fair Trade im Supermarkt

Wie Fairtrade Belgien in diesen Tagen mitteilte, erwarben unsere Landsleute im vergangenen Jahr fair gehandelte Produkte in einem Durchschnittswert von rund 14 €. An der Fair Trade-Woche beteiligen sich auch dieses Jahr neben den traditionellen Weltläden auch Supermärkte, Restaurants, Kantinen und Schulen.

Inzwischen haben viele der in Belgien aktiven Supermarktketten Produkte aus dem ehrlichen Handel in ihren Angeboten. 2015 wurden alleine hier für rund 61 Mio. € solche Waren verkauft - Tendenz steigend. In den traditionellen Fair Trade-Geschäften, wie denen von Oxfam oder den Weltläden ging der entsprechende Umsatz allerdings leicht zurück.

BELGA/LALMAND