Umstritten: Versicherung gegen Brustkrebs

Die Versicherungsgesellschaft AG Insurance bietet seit kurzem eine Versicherung gegen Brustkrebs und gegen andere Krebsformen, die Frauen treffen können. Doch diese Versicherung ist umstritten, denn sie gilt als diskriminierend, kommerziell und wenig hilfreich. Auch Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) hegt Bedenken gegen das Angebot.
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Frauen aus Belgien, die auf das neue Angebot von AG Insurance eingehen, zahlen monatlich eine Prämie, die je nach Formel zwischen 4 und 24 € liegt. Bei einer Erkrankung, z.B. nach der Diagnose Brustkrebs, wird ihnen eine Versicherungssumme ausgezahlt, die zwischen 5.000 und 10.000 € liegt.

Damit können Unkosten während der Behandlung bezahlt werden, z.B. eine Haushaltshilfe oder andere unterstützende Maßnahmen, die die Krankenkassen nicht übernehmen.

Doch gegen diese Versicherung regt sich Kritik. Die Vereinigung „Think Pink“, die sich in Belgien der Sensibilisierung in Sachen Brustkrebs verschrieben hat, wirft AG Insurance Diskriminierung vor. Frauen, die zu Risikogruppen für eine Brustkrebs- oder andere weibliche Krebserkrankung gehören, können eine solche Versicherung ebenso wenig abschließen, wie Frauen, die bereits einmal Brustkrebs gehabt haben.

Neben „Think Pink“ lehnt auch Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block eine solche Krebsversicherung ab.

Nach Ansicht der flämischen Liberalen beinhaltet das AG Insurance-Angebot als Privatversicherung zu viele Hindernisse und „Man macht hier eine Risikoauslese. Man schließt Frauen aus, die älter als 50 Jahre alt sind. Man schließt auch Frauen aus, die bereits einen Knoten aus einer Brust haben entfernen lassen, auch wenn dieser gutartig war.“ Die Ministerin geht davon aus, dass hier aus kommerziellen Gründen ein Produkt für Menschen angeboten wird, die es eigentlich nicht brauchen.

Dem schließt sich auch „Think Pink“ an, denn dort wirft man dem Versicherer vor, mit der Angst von Frauen vor Brust-, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs zu spielen. Bei AG Insurance will man diese Vorwürfe nicht gelten lassen und gab gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an, hier keine Gewinnerzielung zu beabsichtigen. Zudem könne man nicht jeder Frau ein solches Produkt anbieten, sonst würde die Prämie zu teuer.