Plötzlich tauchte der alte Leopold wieder auf

Bei Abrissarbeiten eines alten Geschäftshauses in der Kapellestraat in Ostende kam in der vergangenen Woche ein riesiges Wandbild von König Leopold II. zum Vorschein. Wer den König dort abgebildet hat und wann das Bild angefertigt wurde, lässt sich derzeit nicht nachvollziehen.

„Leopold II. mal eben wieder zurück in Ostende. Er muss im Treppenhaus dieses Gebäudes wohl sehr beliebt gewesen sein.“, meldete Ostendes Stadtverordneter für Kultur, Bart Plasschaert (CD&V), in der vergangenen Woche auf seiner Facebook-Seite.

Er habe keine Idee, wer dieses Bild angefertigt habe, so Plasschaert gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Bisher stand hier ein Tearoom mit Wohnungen in den oberen Stockwerken. Die Wohnungen standen aber schon sehr lange leer. Wahrscheinlich ist dieses Bild bereits vor vielen Jahren dort angebracht worden. Ich habe das Foto über meine Facebook-Seite veröffentlicht, in der Hoffnung, dass jemand vielleicht mehr weiß.“

Die Stadt Ostende und ihr Kulturschöffe haben aber nicht wirklich vor, dieses riesige Portrait des früheren belgischen Monarchen zu erhalten oder zu konservieren: „Leopold II. ist in Ostende ein sensibles Thema. Schon jetzt haben wir viele Diskussionen in der Stadt um sein Denkmal.“

König Leopold II. hat während seiner Regentschaft aus der Hafenstadt Ostende eine prächtige Stadt mit enormen Bauten gemacht. Finanziert hatte er dies aber mit seinem persönlichen Reichtum, den er aus den Kolonien im Kongo, in Ruanda und in Burundi schöpfte.

Bekanntlich sind die Belgier unter Leopold II. mit der afrikanischen Bevölkerung nicht gerade zimperlich umgegangen. Der Raubbau an Rohstoffen ging einher mit allerschwersten Menschenrechtsverletzungen und einer brutalen Sklaverei, die weltweit schon damals zu Protesten führte.