Polizisten zockten mit "geliehener" Identität

Die Glücksspiel-Kommission der belgischen Bundesregierung hat Ermittlungen gegen dutzende Beamten der Antwerpener Polizei eröffnet. Nach einer Meldung in der Samstagsausgabe der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad sollen Polizisten in Kasinos und sogar während ihrer Dienstzeit auf Glücksspielwebseiten gezockt haben. Da Polizisten Glückspiel untersagt ist, hatten sich die Beamten Identitäten von einfachen Bürgern „geliehen“.
Jonas Roosens

Polizisten stehen in Belgien, genau wie z.B. Notare oder Gerichtsvollzieher, auf einer sogenannten „schwarzen Liste“ von Personen, die durch ihren beruflichen Auftrag kein Glücksspiel betreiben dürfen und die auch keine Kasinos betreten dürfen. Doch um dieses Verbot zu umgehen, nutzten die Beamten die als vertraulich zu behandelnde Identität von einfachen Bürgern, auf die sie über ihren entsprechenden Arbeitsplatz Zugriff hatten.

Die Antwerpener Polizei, die ohnehin oft negativ in die Schlagzeilen gerät, trägt schwer an diesen Vorfällen, die gleich mehrere Dutzend ihrer Beamten belastet. Die Leitung der Antwerpener Lokalpolizei gab den Vorgang von sich aus an die Glücksspiel-Kommission weiter. Die Polizisten machten sich zweimal strafbar, zum einen durch die Tatsache, dass sie zockten und zum anderen wegen der illegalen Nutzung der Identität von unbescholtenen Bürgern.

Inzwischen liegt der Vorgang auch bei der Staatsanwaltschaft. Wie viele Polizisten aus Antwerpen in diese Sache tatsächlich verwickelt sind, ist noch unklar. Es kann z.B. sein, dass Gruppen von Polizisten über ein Account mit unberechtigt genutzter Identität im Internet spielten.