EU-Verfechterin und 'Supergirl' muss EU-Presseraum verlassen

Eine 23-jährige britische EU-Verfechterin hat vergangenen Donnerstag für Aufregung im Pressesaal des Berlaymont-Gebäudes der Europäischen Union in Brüssel gesorgt. Madeleina Kay, die auch das Supergirl aus Sheffield genannt wird, erschien in einem bunten Supergirl-Kostüm. Sie wollte, wie sie in britischen Medien zitiert wird, dem Brexit Unterhändler für die EU, Michel Barnier, eine Kopie ihres Brexit-Protest Buches überreichen. Stattdessen wurde sie jedoch von den Sicherheitsbeamten der EU aus dem Pressesaal geführt, obsohl sie eine offizielle EU-Akkreditierung für diesen Tag besaß.

Der Brexit werde zum Desaster, ist die junge Aktivistin und Künstlerin überzeugt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den Brexit, wenn es irgendwie geht, noch zu stoppen. Die große Mehrheit ihrer Generation wolle in der EU bleiben. Doch diese Zukunft werde ihnen durch den Brexit genommen und traurigerweise hätten viele junge Leute den Kampf aufgegeben, sagte sie in einem Interview mit Euronews.

Kay hatte sich ganz vorne in eine EU Pressekonferenz zur jüngsten Runde der Brexit-Gespräche gesetzt, musste den Presseraum aber trotz ihrer EU-Presse-Akkreditierung wieder verlassen. "Ich war eine Gewinnerin des #EuinMyRegions Blogger-Wettbewerbs. Die Europäische Kommission hat für die Gewinner die Teilnahme an einem mobilen Journalismus-Kurs und an der Europäischen Woche der Regionen und Städte organisiert. Ich habe die Gelegenheit genutzt und auch gleich auf meine Kampagne gegen den Brexit aufmerksam gemacht und eine solidarische Message nach Europa geschickt.… Wir haben nicht alle dafür gestimmt, die EU zu verlassen!"

"Ich durfte mich dort aufhalten", twitterte sie. "Ich hatte einen Pass und ein Badge. Die hatten lediglich Angst vor einer Verkleidung. Es gab keine gesetzliche Grundlage, mich zu entfernen!"

Die junge Aktivistin, die auch andere Veranstaltungen während der Europäischen Woche der Regionen und Städte besuchte, allerdings ohne Supergirl-Kostüm, hatte gehofft, ihr Stunt würde die EU mit ihren Beamten in grauen Anzügen anziehender für die jungen Leute machen. Stattdessen habe die Art und Weise, wie sie durch die Beamten behandelt worden sei, in ihr den Eindruck erweckt, dass das Ganze undemokratisch sei.

Das Ganze sei lächerlich, denn die EU wolle doch gerade mehr junge Leute anziehen. Sie sei die einzige im Raum gewesen, die keinen grauen Anzug angehabt habe und ausgerechnet sie habe den Raum verlassen müssen.

Kay ist zwar am Donnerstag aus dem EU-Gebäude hinauskomplimentiert worden, aber für Aufmerksamkeit und einige internationale Schlagzeilen hat sie jedenfalls gesorgt.