Ab wann gilt ein Produkt als "handgemacht"?

Das belgische Wirtschaftsministerium hat einige Richtlinien erlassen, die sich mit der Nutzung des Begriffs "handgemacht" oder "handwerklich hergestellt" auseinandersetzen. Die Verbraucherschützer reagieren positiv auf diese Initiative, sehen jedoch noch weiteren Bedarf zum Schutz der Verbraucher beim Kauf von Produkten, z.B. im Lebensmittelbereich.

Diese Richtlinien des Bundeswirtschaftsministeriums in Brüssel legen zum Beispiel fest, dass ein Produkt, dass mit dem Hinweis „handwerklich hergestellt“ feilgeboten wird, nur in relativ kleinen Mengen entstehen darf. Festgelegt ist auch, dass ein Unternehmen, dass mit diesem Zusatz wirbt, dies auch in der Werbung, auf der Produktverpackung oder auf einer eigenen Webseite nachweisen muss. Nicht zuletzt darf ein Verbraucher nicht in die Irre geführt werden, d.h. ihm darf quasi nichts „vorgegaukelt“ werden.

Der belgische Verbraucherschutz-Verband Test Aankoop/Test Achats (vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest) zeigt sich zufrieden mit den neuen Richtlinien des Ministeriums, fügt aber hinzu, dass diese Vorgaben nicht weit genug gehen. So wird im entsprechenden Richtlinienkatalog nicht speziell auf Zeichnungen oder Fotos auf Verpackungen eingegangen, wenn diese indirekt auf ein handwerklich hergestelltes Produzieren hinweisen oder dies gar suggerieren.

Ebenfalls Nachholbedarf sehen die Verbraucherschützer bei in der Werbung gerne gebrauchten Begriffen, wie „alternativ“, „auf Großmutters Weise“, „traditionell“ oder ähnliches. Hier werde nicht immer ein deutlicher Unterschied zwischen handwerklich gefertigten Produkten oder industriell produzierter Ware gemacht.

Der Handel reagiert positiv

Lobend erwähnt Test Aankoop, dass sowohl die Produzenten, als auch der Einzelhandel mittlerweile korrekter vorgehen. So schaffte die Supermarktkette Albert Heijn kürzlich den Begriff „Großmutters Waffeln“ ab und bei Lidl in Belgien soll in Zukunft darauf verzichtet werden, auf Handwerk und Tradition in der Werbung und auf Produkten zu verzichten. Lidl holte sogar schon Produkte aus den Regalen, die solche Begriffe auf ihren Verpackungen aufwiesen.