275 islamistische Belgier im Irak und in Syrien

In den inzwischen schwer umkämpften Konfliktgebieten im Irak und Syrien halten sich derzeit nach offiziellen Angaben noch immer 275 radikal-islamische Belgier auf. Nach offiziellen Angaben von Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) handelt es sich dabei um 220 Männer und 55 Frauen. Rund 130 Kämpfer aus Belgien sollen nach VRT-Recherchen inzwischen ums Leben gekommen sein.

Derzeit befinden sich offenbar keine IS-Sympathisanten aus Belgien auf dem Weg nach Syrien oder in den Irak. Die Zahl derer, die in letzter Zeit einen Versuch unternommen haben, sich aus Belgien in Richtung Syrien oder Irak abzusetzen, wird mit 85 angegeben. Darunter sollen alleine 22 Frauen gewesen sein. Ihre Abreise konnte behördlich vermieden werden.

Wie das Innenministerium mitteilt, liegen ernstzunehmende Hinweise vor, dass 117 weitere Personen aus Belgien die Absicht haben, sich der islamistischen Terrorbewegung IS oder anderen radikalen Gruppen anzuschließen. 98 Männer und 25 Frauen, die aus den Konfliktgebieten in ihre belgische Heimat zurückgekehrt sind, werden als Gefährder eingestuft und von den Nachrichtendiensten überwacht.

VRT-Kriegsberichterstatter Rudy Vranckx gab vor einigen Tagen gegenüber unserer Nachrichtenredaktion VRTNWS an, dass rund 130 aus Belgien kommende islamistische Kämpfer in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen seien. Dutzende weitere sogenannte „foreign fighters“ und auch mehrere Frauen und Kinder sind nach Siegen der Anti-IS-Koalition über Stellungen und Städten in beiden Ländern festgenommen und in Lager gesteckt worden. Dort warten sie auf ihr Schicksal. IS-Kämpfern auch aus Belgien droht im Irak die Todesstrafe.

Belgische F-16er warfen dieses Jahr 350 Bomben im Irak ab

Belgische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 haben in den ersten acht Monaten dieses Jahres im Rahmen der Operation "Desert Falcon" der internationalen Anti-IS-Koalition mehr als 350 Bomben auf Ziele der Terrormiliz im Irak abgeworfen.

Das sind schon jetzt rund 80 Bomben mehr als im vergangenen Jahr, wie mehrere flämische Tageszeitungen am Mittwoch aufgrund von Angaben aus dem belgischen Verteidigungsministerium meldeten.

Seit drei Jahren ist die belgische Luftwaffe Teil der Koalition gegen IS. Dabei führen die belgischen F-16er nicht nur Angriffe aus, sondern unterstützen auch irakische Bodentruppen mit Aufklärungsflügen aus der Luft. Die belgische Bundesregierung verlängerte diesen Einsatz bis zum Ende des Jahres.