Welcher Belgier will in Kanada sein Glück versuchen?

Kanada nimmt in diesem Jahr ungefähr 300.000 Migranten auf, von denen etwa 60 Prozent aus wirtschaftlichen Gründen kommen. Um die Möglichkeiten vorzustellen, die das Land auf dem Arbeitsmarkt zu bieten hat, organisiert Kanada am 18. November in Brüssel sein jährliches "Forum Destination Canada".
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An dem Forum nehmen auch 800 junge Belgier teil.

Die Beziehungen zwischen Kanada und Belgien bestehen schon sehr lange, erklärt Louise Van Winkle. Sie arbeitet im kanadischen Einwanderungsamt und ist für die französischsprachige Werbung zuständig.

Schon im 18. Jahrhundert sind viele Flamen nach Kanada, vor allem in den Westen, gekommen. Sie haben dort Landwirtschaft betrieben. Heute sagen etwa 32.000 Kanadier, dass sie belgischer Herkunft sind.

Mit der Genehmigung Vacances-Travail, die im Februar 2007 eingeführt wurde, haben bereits 8.000 Belgier zwischen dem 18. und dem 30. Lebensjahr eine Möglichkeit erhalten, in dem zweitgrößten Land der Erde zu arbeiten.

In diesem Jahr haben 6.500 Belgier einen Antrag für eine zeitlich befristete Arbeitserlaubnis in Kanada gestellt. Dort liegt die Arbeitslosigkeit bei 6,2 Prozent und das Wirtschaftswachstum wird für 2017 auf 3,2 Prozent geschätzt. Über das flämische, Brüsseler und wallonische Arbeitsamt werden Jobs angeboten, die auf dem kanadischen Arbeitsmarkt benötigt werden. Die Angebote reichen vom Bäcker über den Designer für Videospiele bis hin zum Lkw-Fahrer und Landschaftsarchitekten.

Die kanadischen Behörden wählen dann die Kandidaten, die in Frage kommen, aus. Wer sich zu den Glücklichen zählen darf, hat ein Jahr Zeit, um seine Koffer zu packen und in ein Flugzeug zu steigen. Auf dem Flughafen werden ihm oder ihr die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis ausgehändigt. Diese hat zwölf Monate Gültigkeit.