Justizminister: "Es wurde versucht, die Ermittlungen zu manipulieren"

Justizminister Koen Geens (CD&V) hat im Justizausschuss des Parlaments einen umfassenden Bericht zu den Ermittlungen der Killerbande von Brabant vorgelegt. Er warnt vor zu hohen Erwartungen nach den Enthüllungen der letzten Tage, hält es aber für wichtig, dass alle Details ans Licht kommen. Er räumt ein, dass mehrere Ermittlungsstrategien zu keinem Ergebnis geführt hätten und dass es Versuche gegeben habe, die Ermittlungen zu manipulieren.

"Als ich Minister wurde, kam ich direkt mit dem Fall in Kontakt", betonte Geens. "Mir wurde klar, dass mehrere Ermittlungsstrategien zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt haben, dass Versuche unternommen wurden, die Ermittlungen zu manipulieren, während mir die Opfer und ihre Angehörigen zu verstehen gaben, dass sie in der Vergangenheit nicht ausreichend gehört wurden."

"Keine brauchbaren neuen Spuren"

Geens unterstrich zudem, dass die Justiz schon seit dem 22. Februar die Informationen bearbeitete, die in den vergangenen Tagen in der Presse durchgesickert waren.

Es seien aber keine weiteren brauchbaren Spuren aufgetaucht. Man ermittele weiter in der Sache, so Geens auch noch.

Die Spur, der man seit Februar nachgehe, sei zweifelsohne interessant, gab Geens zu. Und wie immer gebe es "Believers" und "Non-Believers". Man solle jedoch keine zu hohen Erwartungen stellen, wohl aber müsse jeder Stein umgedreht werden.

Was nun?

Und was nun? Geens sagte, dass zusätzliche Mittel für die Ermittlungen zur Verfügung gestellt würden, sollten diese notwendig werden. "Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren", so Geens.

Den Parlamentarieren reichte die Erklärung des Ministers keineswegs aus. "Das schadet dem Vertrauen in die Justiz", fand der Grünen-Parlamentarier Stefaan Van Hecke (Groen). Der Linken-Abgeordnete Marco Van Hees (PVDA) plädierte für eine neue parlamentarische Untersuchungskommission zur Bande von Brabant.

Mehrere Politiker der Opposition wollten über das, was Geens gesagt hat, debattieren, stießen aber auf ein klares "Nein" von dem Ausschussvorsitzenden Philippe Goffin (von der liberalen MR) und von den Repräsentanten der Mehrheitsparteien.

"Ich sage hier, was ich sagen darf", antwortete Geens auch noch, der die Ausschusssmitglieder darauf hinwies, dass er sich als Minister nicht in die Ermittlungen einmischen dürfe.