Steckte eine Organisation hinter der Killerbande von Brabant?

Zur Lösung des Falles um die Killerbande von Brabant bedarf es einer neuen Sonderermittlungs-Abteilung aus in- und ausländischen Experten. Das sagt der Anwalt (Foto) der Familie des Mannes, den sie den so genannten Riesen nennen. Der ehemalige Gendarm hatte kurz vor seinem Tod gestanden, dass er ein aktives Mitglied der Bande gewesen sei. Damals seien die Ermittlungen boykottiert worden, sagt der Anwalt. Und die Möglichkeit, dass das selbst heute noch so sei, sei groß.

Jetzt, da es zu einem Durchbruch in dem Fall um die Killerbande von Brabant gekommen ist, unter anderem durch Enthüllungen des Bruders des ehemaligen Gendarmen, dürften die Ermittlungen nicht wieder zum Stillstand kommen, sagt der Anwalt der Familie. Er glaubt jedoch nicht, dass die aktuellen Ermittler den Fall lösen können.

"Alles, was jetzt herauskommt, weist auf einen Mangel an Organisation und an Struktur, ja sogar auf einen Boykott der Ermittlungen hin", sagt Geert Lenssens, der Anwalt des Bruders des ehemaligen Gendarmen. "Ich sage Ihnen, wenn das in der Vergangheit passieren konnte, kann es auch heute noch passieren. Wir müssen wissen, was damals passiert ist."

Lenssens plädiert deshalb für die Einrichtung einer neuen Sonderermittler-Zelle, die diesen so genannten "Cold case" wieder aufnimmt.

"Wir sollten zum Beispiel Gutachten aus den USA einholen, wo man schon viele alte Fälle Dank multidisziplinärer Zusammenarbeit gelöst hat. Wir müssen den strengen Rahmen des heutigen Strafverfahrens verlassen. Das System hat versagt. Wir müssen unsere Lehren hieraus ziehen", so Lenssens. "Wir könnten noch 35 Jahre weiter auf diese Weise untersuchen. Wir müssen etwas neues versuchen."

Inzwischen tauchen auch immer mehr Details über den ehemaligen Gendarmen, der der Riese der Bande sein soll, auf und über seine Vergangenheit bei der Gruppe Diane, der ehemaligen Sondereinheit der Gendarmerie.

Der Gendarm wurde nach einem Zwischenfall mit seiner Waffe aus der Gruppe geworfen. Dem Gendarmen zufolge sei seine Waffe damals sabotiert worden. "Mein Mandant und seine gesamte Familie denken - das ist natürlich eine Annahme, kein Fakt -, dass das provoziert wurde, das heißt, dass man ihn degradiert hat, um ihn hinterher rekrutieren zu können", so der Anwalt der Familie. "Es könnte sein, dass eine Organisation dahinter steckt. Das würde passen und wäre das fehlende Stück des großen Puzzles", betont Geert Lenssens noch.