Anteil erneuerbarer Energie in Belgien stets größer

Nach Angaben des belgischen Energieregulators CREG lag der Anteil an aus erneuerbaren Quellen gewonnener Elektrizität im vergangenen Jahr bei 30 %. In den letzten Jahren davor war dieser Anteil an der Energiegewinnung eher weiter gesunken. Das bedeutet, dass die belgischen Haushalte und die industriellen Großverbraucher immer häufiger Ökostrom geliefert bekommen und die hiesige Elektrizität wird im Allgemeinen auch immer „grüner“.

Fast gleichzeitig legten Belgiens Energieregulator CREG und Greenpeace ihre Analysen zum Thema nachhaltige und erneuerbare Elektrizität vor. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die privaten Haushalte in Belgien häufig ihren Stromlieferanten wechseln und des oft vor dem Hintergrund der Umweltfreundlichkeit und der Nachhaltigkeit. Dies sorgt für einen nicht unerheblichen Druck am Markt und bringt inzwischen auch die kleinen Stromproduzenten oder Energie-Vertriebsgesellschaften dazu, immer mehr auf Ökostrom zu setzen.

In den vergangenen Jahren allerdings war der Anteil an erneuerbarer Energie (Solar- und Windenergie, Wasser- und Gezeitenkraft, Erdwärme…) eine Zeit lang in Belgien gesunken. Das lag unter anderem am Wegfallen einiger steuerlicher Vergünstigungen oder Fördermaßnahmen für Verträge zu nachhaltigen Strom. 2016 stieg dieser Anteil aber wieder auf 30 % - Tendenz steigend.

Die vorliegenden Statistiken belegen allerdings nur den gelieferten Strom und berücksichtigt nicht jene Elektrizität, die Privathaushalte oder Unternehmen z.B. durch Sonnenkollektoren auf den Dächern ihrer Anwesen selbst produzieren und einspeisen. Interessant dabei ist, dass rund ein Drittel des in Belgien verbrauchten Ökostroms aus Skandinavien eingeführt wird (siehe nebenstehenden Beitrag).

Greenpeace empfiehlt derzeit 7 Stromlieferanten, die umfangreich nachhaltige Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren und liefern. Schlechte Punkte erhalten dabei Stromlieferanten, die angeben, „zu 100 % grüne Energie“ zu liefern, dabei aber auf in Verbrennungsöfen verbrannte Biomasse setzen. Dabei würden zu viele Schadstoffe freigesetzt, so Greenpeace.

Ein besonders schlechtes Zeugnis stellt Greenpeace dabei Marktführer Engie Electrabel aus. Hier würde nach wie vor zu viel Strom aus Gas und Kernenergie gewonnen, auch wenn dieser französische Konzern inzwischen in Belgien den meisten „grünen Strom“ liefern würde.