Abfallgesellschaft Brüssel verbrennt sortierten Müll

Die regionale Abfallgesellschaft der belgischen Hauptstadt, Net Brussel, verbrennt von den Bewohnern vorsortierten Abfall in einem Haufen. Dies ist aus einer an die Öffentlichkeit gelangten Email ersichtlich, in der die Direktion die Müllmänner dazu aufruft, alle unterschiedlichen Säcke in einem Rutsch einzusammeln und zur Müllverbrennungsanlage zu bringen.

In Brüssel wird der Abfall der privaten Haushalte in vier unterschiedlichen Müllsäcken vorsortiert: Gelb für Papier und Karton, Grün für Grün- oder Gartenabfälle, Blau für PMD (Verpackungsmüll, wie Plastikflaschen oder Dosen aus Metall), und Rose für Speisereste oder Restmüll. Die Grünen in Brüssel (Ecolo und Groen) halten dies für einen Skandal und fordern die Einrichtung eines Ausschusses, der die Praktiken von Net Brussel unter die Lupe nimmt.

Net Brussel bestätigt unterdessen diese Vorwürfe und gibt an, dies sei eine „außergewöhnliche Maßnahme“, geht aber nicht ins Detail. Die Gewerkschaften bei der regionalen Abfallgesellschaft hingegen sprechen von einem Problem, dass seit einiger Zeit regelmäßig auftauche. Seit einer umfassenden Reform bei Net Brussel sei der Abfallräumdienst chronisch unterbesetzt.

Annemie Maes, Abgeordnete für die flämischen Grünen (Groen) im Brüsseler Regionalparlament, sagte gegenüber der Nachrichtenplattform BRUZZ, dass dies ein ausgemachter Skandal sei, der sich über die Bürger lustig mache: „Dieser Skandal lacht den Leuten, die ihr Bestes tun, um ihren Müll zu trennen, regelrecht ins Gesicht und gibt ein völlig falsches Signal.

Brüssel sei in Sachen Abfallbeseitigung ohnehin schon ein schlechter Schüler, so Maes: „Im Gegensatz zu Flandern, wo 60 % des Haushaltsmülls sortiert wird, beträgt dies in Brüssel nur 30 %.“ Die Grünen in der Region Brüssel-Hauptstadt beklagen die Missstände bei Net Brussel bereits seit langem an: „Die Verantwortung liegt hier bei Staatssekretärin Laanan.“

Die Verantwortung, die die frankophone Sozialistin und Staatssekretärin für öffentliche Sauberkeit und Abfallentsorgung, Fadila Laanan (PS), sei enorm, doch „sie antwortet nicht auf unsere Fragen. Sie erscheint noch nicht einmal im zuständigen Ausschuss.“