Mädchengang terrorisiert Brügges Bahnhofsviertel

Seit geraumer Zeit terrorisiert eine Bande minderjährige Mädchen rund um den Bahnhof von Brügge Jugendliche mit Gewalt. Diese Schlägereien gehen mit Diebstahl und Erpressung einher, werden mit Handys gefilmt und landen umgehend in den sozialen Netzwerken. Jetzt stellte sich ein 15 Jahre altes Bandenmitglied der Brügger Polizei.

Eine Bande von mutmaßlich sechs 15 bis 16 Jahre alten Mädchen sorgt offenbar bereits seit einigen Wochen für Terror und Gewalt in einer Gegend am Brügger Bahnhof unweit einer Schule. Die Mädchen greifen Mitschülerinnen oder ihnen auch unbekannte Mädchen auf, stehen deren Wertgegenstände, versuchen, Geld bei ihnen zu erpressen und verprügeln sie mit roher Gewalt. Diese Vorfälle werden von einem der Bandenmitglieder gefilmt und über die sozialen Netzwerke in Umlauf gebracht.

Jetzt stellte sich eines der Bandenmitglieder der Polizei. Diese verhörte das 17 Jahre alte Mädchen am Donnerstag und erhob Anklage wegen Diebstahl, Erpressung und Körperverletzung. Die Jugendliche erschien am Donnerstagnachmittag vor dem Jugendrichter und wird in eine offene Anstalt für jugendliche Straftäter eingewiesen.

Brügges Bürgermeister Renaat Landuyt (SP.A), die Staatsanwaltschaft, die Schulleitungen und nicht zuletzt auch die Eltern von angegriffenen Kindern zeigten sich schockiert über die rohe und grenzenlose Gewalt, die von den einzelnen Bandenmitgliedern ausgeht.

"Gewalt ohne Norm"

Die Direktorin des dem Ort des Geschehens nahen Königlichen Technischen Athenäums von Brügge gab an, so etwas in den 17 Jahren, in denen sie dort tätig ist, noch nie erlebt zu haben. Gegenüber VRT NWS sagte sie: „Hier handelt es sich um eine sehr aggressive Gewalt ohne jegliche Norm.“ In einem besonders schweren Fall, den die Ermittler in den sozialen Netzwerken fanden, drohten die kriminellen Mädchen einer Mitschülerin, damit, sie auf die nahegelegenen Gleise am Bahnhof zu stoßen.

Aussagen von Schülern, Lehrern und Schuldirektoren zufolge würden die betroffenen Mädchen nicht begreifen, was sie anrichteten. Einige wurden bereits mehrmals aus ihren jeweiligen Schulen geworfen, blieben aber weiter ihrer Gewalt treu. Seit dieser Woche sind alle bekannten Bandenmitglieder zur Fahndung ausgeschrieben. Seit einigen Tagen laufen intensive Ermittlungen von Seiten der Brügger Lokalpolizei, wie Bürgermeister Landuyt dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenagentur angab.