Schleichwege: Maut auf Landstraßen ausgeweitet

Die kilometergebundene Maut für Lastwagen in Belgien hat nicht zu einer massiven oder allgemeinen Verschiebung des LKW-Verkehrs in Richtung Landstraßen geführt. Doch an einigen spezifischen Brennpunkten in Flandern liegen sehr wohl Probleme vor, denen die Verkehrsbehörden durch eine Ausweitung der Maut auf bestimmte Streckenabschnitte auf Landstraßen Abhilfe verschaffen wird.

Seit anderthalb Jahren gilt auf Autobahnen und bestimmten Schnellstraßen in Belgien eine kilometerabhängige LKW-Maut für Lastwagen über 35 Tonnen. Große Verschiebungen des Lastwagenverkehrs auf Nebenstraßen hat es nicht gegeben, doch an rund 70 verschiedenen Brennpunkten vor allem im belgischen Bundesland Flandern wird schon ein deutlich erhöhtes Aufkommen des Schwerlastverkehrs gemessen. Dementgegen ist der allgemeine LKW-Verkehr auf Landstraßen sogar um 1 % leicht zurückgegangen, bei einem Anstieg um 2 % auf den Mautwegen.

An 70 Schwerpunkten auf Land- und Nebenstraßen vornehmlich in Flandern aber sind mehr LKW als früher unterwegs und an sechs Brennpunkten reagieren die Verkehrsbehörden ab Anfang 2018 mit Mautstellen an den betroffenen Straßen.

Dabei handelt es sich im Trajekte entlang der N35 in Westflandern, spezifisch zwischen Deinze und Tielt und zwischen den Kreuzungen mit der N50 und der N330. In Ostflandern sind Bereiche an der N42 und der N43 betroffen und in Antwerpen an der N14 zwischen den Kreuzungen mit der R16 und der E34. In Limburg betrifft dies den Anfang der N73 bis zur Kreuzung mit der N762. Entlang dieser Trajekte verläuft der Schwerlastverkehr teilweise quer durch einige Dorfkerne.

Negative Reaktionen der hiesigen Transportverbände

In einer ersten Reaktion auf diese Maßnahme von Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) reagiert der belgische Transportverband Febetra negativ. Die Priorität müsse bei einem Umbau der Maut zu einem politischen Verkehrsinstrument liegen und nicht bei einer Bestrafung der Lastwagenfahrer oder der Fuhrunternehmen. Febetra fordert in diesem Zusammenhang, und dies nicht zum ersten Mal, eine allgemeine Maut für alle Verkehrsteilnehmer (also auch für PKW und Busse).

Beim flämischen Verband Transport & Logistik (TLV) ärgert man sich darüber, dass sich die Landesregierung mit dieser Maßnahme nicht an früher gemachte Absprachen mit dem Sektor hält. Besprochen gewesen sei, neue Maßnahmen mit dem Sektor im Vorfeld zu besprechen. Bei TLV heißt es dazu: „Heute scheint der Beschluss gefallen zu sein, die Transporteure mit 150 km neuen Mautwegen zu konfrontieren.“ Auch dieser Verband sieht ein Heil in einer allgemeinen Maut für alle Verkehrsteilnehmer.