Antwerpen: 1800 Radfahrer fordern mehr Sicherheit

Nachdem in den letzten Wochen drei Radfahrer im Antwerpener Stadtverkehr getötet worden waren, haben über 1800 Radfahrer am Samstag eine Kolonne zwischen den drei Straßenkreuzungen gebildet, an denen es zu den tödlichen Unfällen gekommen war.

Mit ihrer Aktion, an der auch viele Kinder teilnahmen, fordern die Radfahrer in Antwerpen besser gesicherte Kreuzungen, weniger Schwerlastverkehr in der Stadt und eine bessere Infrastruktur für Radfahrer.

Radfahren in Antwerpen ist gefährlich, so die Meinung verschiedener  Teilnehmer: "Lkws, die an einem vorbeirasen und einen nicht sehen oder sehen wollen. Mein Kollege war mit seinem Kind unterwegs, sein Fahrrad wurde von einem Lkw erfasst. Sein Kind kam mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus", berichtet Paul Van Beirendonck, der an der Radfahreraktion für mehr Sicherheit  in Antwerpen teilnahm.

Patrick Colen erfuhr soeben noch am eigenen Leib, wie gefährlich es für einen Radfahrer in Antwerpen sein kann: "Ich fahre geradeaus, habe formell Vorfahrt vor den Fahrzeugen, die von rechts kommen, aber der Autofahrer schneidet mir einfach den Weg ab und will mich überfahren. Das ist schrecklich in dieser Stadt. Das muss wirklich aufhören."

 

Drei tote Radfahrer in zwei Wochen

Mitte Oktober war der dritte Radfahrer innerhalb von zwei Wochen in Antwerpen tödlich verunglückt. Der 47-jährige Mann starb, nachdem er von einem Auto angefahren worden war.

Genau eine Woche zuvor starb ein 28-Jähriger im Norden der Stadt, weil er mit seinem Fahrrad von einem Lkw angefahren wurde.

Und am Montagmorgen, dem 2. Oktober, war eine 27 Jahre alte Radfahrerin ums Leben, weil sie von einem abbiegenden Lkw-Fahrer übersehen wurde (Foto).

Die Unfallserie hatte in Antwerpen und darüber hinaus für viel Diskussionsstoff und Kritik gesorgt.