Antwerpen: Gewalt zwischen Türken und Kurden

In der Brederodestraat in Antwerpen ist es am Freitagabend zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen türkischstämmigen Einwohnern und Kurden gekommen. Acht Personen, darunter ein Polizeibeamter, wurden verletzt. Eine Person wurde wegen Waffenbesitzes festgenommen. 47 weitere Personen wurden von der Polizei vorläufig festgenommen.

Der Polizei zufolge kam es am Vorabend gegen 17.30 Uhr zu ersten Spannungen. "Nachdem mehrere Personen mit Stöcken und Stangen, Stühlen und Tischbeinen aufeinander losgegangen waren, hatten 200 bis 300 Personen Parolen und Beschimpfungen skandiert. Dabei wurde eine Person verletzt, die später mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde", meldet die Polizei von Antwerpen.

 

Die ersten Polizeieinsatzkräfte vor Ort bemühten sich, die Parteien auseinander zu halten. Gegen Krawallmacher und gewaltbereite Umstehende setzte die Polizei später Tränengas ein.

Mehrere Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei blieb im Laufe des Abends u. a. mit Hubschrauberüberwachung präsent, um neue Vorfälle zu verhindern. Erst gegen 2 Uhr kehrte Ruhe in diesem südlich gelegenen Stadtteil von Antwerpen ein.

Acht Personen wurden bei diesen Auseinandersetzungen verletzt, vier mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Polizist wurde durch einen Stein verletzt.

47 Personen wurden wegen Störung der öffentlichen Ruhe vorübergehend festgenommen.

Bus mit kurdischen Aktivisten

Laut der kurdischen Organisation Nav Bel soll ein Bücher-Bus der Organisation auf dem Weg zur "Free Öcalan"-Kampagne  auf dem Steenplein von Türken angegriffen worden sein. Der Bus war seit zwei Tagen unterwegs und hatte u. a. in Charleroi und Lüttich für die Freilassung des Kurdenführers Abdullah Öcalan geworben, der seit 1999 in einem türkischen Gefängnis sitzt.

"Im Bus saßen rund 40 Kurden aus Belgien, Deutschland und Frankreich", sagt Nav Bel, "Türken haben dem Bus den Weg abgeschnitten, mit Steinen beworfen und  rassistische Parolen gerufen."

Die Kurden wollten ihre Kampagne heute in den Niederlanden fortsetzen. Nav Bel geht davon aus, dass es sich um einen organisierten Angriff von faschistischen und rassistischen Türken handelte. Die kurdische Organisation unterstreicht, dass die Busfahrt und die Informationsstände sowie Animationen auf dem Antwerpener Steenplein angefragt worden waren.

Die Zeitung Het Laatste Nieuws meldet, dass der PKK-Bus absichtlich von der Route abgewichen und durch die Brederodestraat gefahren sei, wo die Busreisenden die in diesem Viertel lebenden Türken provoziert hätten.