Flämische Kunststädte freuen sich über Touristen

70 % der Bürger von Antwerpen, Brügge, Gent, Leuven und Mechelen sind der Meinung, dass Touristen viel mehr Vor- als Nachteile mit sich bringen. Nur eine Minderheit der Befragten erfährt den Fremdenverkehr als belastend. Beliebt bei den Einheimischen ist insbesondere der individuelle Gast.
(c) Marcel Malherbe/ Hollandse Hoogte

Das geht aus einer groß angelegten Umfrage unter 5.400 Einwohnern der sogenannten flämischen Kunststädte (Antwerpen, Brügge, Gent, Leuven und Mechelen hervor.

Erste weitläufige Marktuntersuchung

Jedes Jahr besuchen Millionen Menschen die als Kunststädte beworbenen Städte Antwerpen, Brügge (Foto oben), Gent, Leuven und Mechelen (Foto links). Der Massenandrang kann das Leben der Bürger manchmal schwer belasten. Deshalb gab Toerisme Vlaanderen zusammen mit den Tourismusorganisationen dieser Städte eine Umfrage bei der Bevölkerung in Auftrag.

Es war das erste Mal, dass bei einer solchen Umfrage so viele Bürger befragt wurden.

Rund drei Viertel der Befragten gaben an, dem Tourismus in der eigenen Stadt wohlgesinnt zu sein. Nur 4-5 % halten nichts vom Fremdenverkehr vor der Haustür. Der übrige Anteil der Befragten findet ihn weder positiv noch negativ.

Sergi Reboredo / VWPics

Jeder Dritte fühlt sich bei der Tourismuspolitik übergangen

70 % aller Befragten ist der Meinung, dass der Tourismus mehr Vor- als Nachteile für die eigene Stadt hat.

Im malerischen Brügge - wohl die am häufigsten besuchte Kunststadt - finden 25 % der befragten Einheimischen, dass der Tourismus negative Auswirkungen hat. In Antwerpen, Gent, Leuven (Foto unten) und Mechelen sind es je 10 %.

Ganze 85 % finden, dass ihre Stadt ein Tourismusmagnet bleiben sollte.

Die Umfrage brachte auch einen negativen Aspekt an den Tag, da sich 30 bis 40 % der Befragten als Bürger von der Tourismuspolitik ihrer Stadt übergangen fühlen.

60 % würden auch selbst gerne etwas dafür tun, damit ihre Stadt für Gäste attraktiv bleibt. Die Mehrheit der befragten Brügger, Antwerpener, Genter, Leuvener oder Mechelener hilft  Touristen auch gerne weiter.

Individuelle Gäste sind die Besten

Gerne gesehen sind vor allem individuell reisende Touristen, da sie nicht nur länger bleiben, sondern sich für mehr als nur die klassischen Sehenswürdigkeiten interessieren.

Der flämische Tourismusminister Ben Weyts (N-VA) will Flandern mehr denn je als Qualitätsreiseziel promoten, wo es sich gut leben lässt.