Polizei warnt erneut vor Telefonbetrug

Laut der Dienststelle Computerkriminalität bei der belgischen Bundespolizei ist gegenwärtig eine indische Betrügerbande am Werk, die über Telefonanrufe versucht, Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und wollen als Gegenleistung für die Lösung eines vermeintlichen Computerproblems mehrere hundert Euro vom potenziellen Opfer.
Cedric Hatto

"Der sogenannte "Microsoft scam" ist im Grunde bereits seit 2012 bekannt", sagt der Ermittler der Computer Crime Unit der Bundespolizei, Walter Coenraets: "Die Betrugsmasche taucht regelmäßig wieder auf, lässt sich aber nur schwer auflösen, weil die Betrüger meistens aus dem Ausland operieren, wie jetzt aus Indien. Deshalb müssen wir die Bevölkerung ständig vor solchen Betrügereien warnen."

Meistens werden die Opfer von Personen angerufen, die sich, in Englisch oder manchmal auch in Niederländisch, als Microsoft-Mitarbeiter vorstellen. Diese gaukeln dem Opfer vor, dass sein Computer ein Problem habe. Wenn er jedoch eine Vergütung zahle, könne er das Problem online lösen.

Sobald das Opfer die Software der Betrüger aber installiert hat, kontrollieren diese seinen Computer. Manchmal bezahlen Opfer sogar zwei Mal, wenn besonders dreiste Betrüger es überzeugen, dass die erste Überweisung fehlgeschlagen sei. Der Schaden beläuft sich meist auf Beträge von 300 bis 500 Euro.

Häufigste Anrufe: während Bürozeiten

Die meisten betrügerischen "Microsoft scam"-Anrufe erfolgen während der regulären Arbeitszeiten.

"Wer dann zu Hause ist und nicht viel Ahnung von Computern hat, ist ein potenzielles Opfer", so Walter Coenraets: "Bei den Betrugsopfern handelt es sich oft um Senioren."

Wer betrogen wurde, kann Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch auf der Website von Microsoft finden Betrugsopfer ein Formular zum Ausfüllen.