Führte Pensionsfeier zur Streichung eines Zuges?

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws am Donnerstag ist es bei einem Abschiedsfest für einen Eisenbahner in der vergangenen Woche im Rangierbahnhof Brüssel-Vorst so sehr hoch hergegangen, dass ein internationaler Reisezug in Richtung Luxemburg ausfallen musste. Weitere Züge konnten offenbar nur mit Verspätung bereitgestellt werden. Die belgische Bahn führt dazu eine interne Untersuchung durch.

Am Donnerstag in der vergangenen Woche entließen die Eisenbahner des Rangierbahnhofs von Brüssel-Vorst, wo Personenzüge bereitgestellt werden - auch internationale Reisezüge, einen verdienten Kollegen mit einem feucht-fröhlichen Fest in den Ruhestand. Doch diese Feier wird ein Nachspiel haben, denn die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB lässt den Vorgang intern untersuchen.

Der Grund? Offenbar konnte ein internationaler Reisezug mit Ziel Luxemburg nicht rechtzeitig gereinigt und bereitgestellt werden, so dass er ausfallen musste. Normalerweise hätte der Zug um 14:33 den Bahnhof Brüssel Süd/Midi (Foto oben) verlassen sollen, was jedoch annulliert werden musste. Der nächste Brüssel-Luxemburg-IC konnte jedoch eine Stunde später abfahren, wenn auch mit 33 Minuten Verspätung.

Doch damit nicht genug. Abends, auf dem Heimweg, haben einige der feiernden Eisenbahner auf der Bahnstrecke zwischen Brüssel und Namür einen Zug an der Weiterfahrt gehindert. Als der Zug dann doch abfahren konnte, wurde die Notbremse gezogen, um ihn dennoch anzuhalten.

Interne Untersuchung

Bei der Bahn rauft man sich derweil die Haare. Bahnsprecher Dimitri Temmerman gab dazu an, dass Personalfeiern eigentlich kein Problem darstellen, doch es müsse immer ausreichend Personal bereitstehen, um den Bahnbetrieb sicher und pünktlich zu gewährleisten. Inzwischen lässt die Bahn den Vorfall intern gründlich analysieren. Einigen der betroffenen Eisenbahner könnte dieser Rentenabschied ihres Kollegen noch übel aufstoßen. Verstöße gegen die Sicherheit und Eingriffe in den Bahnverkehr werden normalerweise mit hohen Strafen geahndet - beim eigenen Bahnpersonal erst recht…