Halloween: Horrorfahrt im Spätzug nach Brüssel

Rund 100 Jugendliche haben in der Nacht zum Mittwoch in einem Zug zwischen Ottignies (Wallonisch-Brabant) und Brüssel dermaßen randaliert, dass der Zug aus dem Fahrplan genommen und angehalten werden musste. Das Zugpersonal sprach von bisher nie erlebten Bedrohungen und einem Trauma, dass sie nach dieser Horrorfahrt erlitten. Die Jugendlichen kamen von einem Halloween-Event im Freizeitpark Walibi in Wallonisch-Brabant.

Der Zug aus Richtung Ottignies war pünktlich abgefahren, doch nach einem Zwischenhalt in Wavre, wo sich der Freizeitpark Walibi befindet, begann die Randale. Schon gegen 21:30 Uhr gingen bei der Polizei erste Berichte ein, nach denen jugendliche Krawallmacher in einem Zug anderen Fahrgästen lästig fielen. Die Situation eskalierte, als Randalierer gegen 22 Uhr begannen, die Notbremsen des Zuges zu ziehen…

Ein Sprecher der belgischen Bundespolizei gab später an, die Bahn habe es geschafft, den Zug bis zum Haltepunkt Watermael-Bosvoorde in der Region Brüssel-Hauptstadt weiterfahren zu lassen, um ihn dort vollständig aus dem Fahrplan zu nehmen. Die Fahrgäste seien mit Bussen und Taxis weiterbefördert worden und die meisten Jugendlichen hätten das Weite gesucht. Sechs der Krawallmacher waren bis zum Donnerstag identifiziert worden, doch zu Festnahmen kam es (noch) nicht.

Das Zugpersonal zeigte sich geschockt nach dieser Horrorfahrt. Ein Schaffner äußerte sich über Facebook und sprach dort von Erniedrigungen, Beleidigungen gröbster Art und von verbaler und körperlicher Bedrohung. Die Jugendlichen hatten vergünstigte Sonderfahrkarten zur „Halloween-Nocturne“ im bekannten Freizeitpark von Walibi und waren auf der Heimreise in Richtung Brüssel.

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB teilte dazu mit, dass die Täter, von denen einige bereits identifiziert seien, für die entstandenen Kosten aufkommen müssten. Darunter fallen die Unkosten für die entstandenen Verspätungen von Güter- und Personenzügen und für die Weiterbeförderung der anderen Fahrgäste des betroffenen Zuges, sowie für eventuelle Regressforderungen von Dritten. Entsprechende Anzeigen seien bereits erstattet worden, hieß es dazu weiter von Seiten der Bahn.