Puigdemont und Minister melden sich bei Polizei

Der entmachtete katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont und vier seiner Minister haben sich am Sonntagmorgen in Begleitung ihrer Rechtsbeistände freiwillig bei der belgischen Polizei gemeldet. Das bestätigte die Brüsseler Justiz kurz nach 14 Uhr während einer Pressekonferenz. Ein Ermittlungsrichter wird sie noch heute vernehmen.

Spanien hatte am Freitag einen europäischen Haftbefehl gegen den früheren Katalanenchef erlassen und bei den belgischen Behörden seine Festnahme beantragt. Puigdemont hatte sich zuvor nach Belgien abgesetzt. In einem Tweet in niederländischer Sprache bekräftigte er am Samstag seine Bereitschaft, mit der belgischen Justiz zu kooperieren.

Auf die Frage, ob die Festnahme anstehe, sagte der Brüsseler Staatsanwalt Eric Van Der Sypt am Samstag: "Morgen, oder vielleicht auch Montag. Wir haben keine Eile." Puigdemont habe seine Zusammenarbeit mit den belgischen Behörden zugesagt. Deshalb bestehe keine Fluchtgefahr. "Wir machen das gründlich“, so der Staatsanwalt.

Am Samstagabend hatte die belgische Bundesstaatsanwaltschaft den Fall an die Brüsseler Justiz abgegeben. Kurz nach neun Uhr meldeten Puigdemont und vier seiner Minister sich am Sonntag bei einer Brüsseler Polizeiwache. Inzwischen wurde ein Ermittlungsrichter eingesetzt, der die fünf Politiker im Laufe des Nachmittags vernehmen wird und danach innerhalb von 24 Stunden entscheiden muss, ob sie festgenommen werden oder nicht.