Die Bahn sucht dringend Lokführer und Schaffner

Seit geraumer Zeit versuchen die Arbeitsämter in Belgien eine immer höher werdende Zahl an offenen Stellen zu besetzen, doch die Zahl der geeigneten und im Facharbeiterbereich entsprechend ausgebildeten Bewerber bleibt konstant niedrig. Das merkt auch die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB. Sie sucht dringend neue Mitarbeiter auf allen Ebenen, besonders aber beim Fahrpersonal.

Bis 2025 wird die Hälfte der aktuell rund 30.000 Eisenbahner in Belgien in Rente gehen. Durch Rationalisierungen werden wohl nicht alle dieser pensionierten Mitarbeiter zu 100 % ersetzt, doch pro Jahr müssen trotzdem mehrere Tausend Stellen neu besetzt werden.

Alleine für das laufende Jahr 2017 hatten die Bahn und ihr Infrastruktur-Dienstleister Infrabel rund 1.500 Stellen ausgeschrieben, doch knapp anderthalb Monate vor dem Jahreswechsel bleiben hier noch etwa 300 offene Stellen unbesetzt.

Deshalb wirbt die Bahnholding in diesen Tagen verstärkt direkt auf dem Terrain bei den Menschen um Interesse, z.B. mit Informations-Veranstaltungen und Ständen in den großen Bahnhöfen. Jetzt, an diesem Wochenende, finden solche Aktionen in den Bahnhöfen Brüssel Süd/Midi und in Antwerpen-Zentral statt.

Die größten Probleme weist die Suche nach neuen Mitarbeitern beim Fahrpersonal, sprich bei den Lokführern und den Zugbegleitern auf. Hier scheint es besonders schwierig zu sein, die passenden Bewerber, bzw. überhaupt erst Interessenten zu finden.

Hier sind offenbar die besonders unregelmäßigen Arbeitszeiten ein Problem und vielleicht auch das schlechte Image, dass die Bahn seit vielen Jahren mit sich herumschleppt ein Grund für die Zurückhaltung. Berichte in den Medien über Zwischenfälle mit randalierenden Fahrgästen tun wohl ihr Übriges bei der Entstehung dieses überwiegend negativen Allgemeinbildes.