Armeeangehörige klagen über zu geringe Wertschätzung ihrer Arbeit

Eine interne Umfrage des Verteidigungsministeriums hat ergeben, dass Militärangehörige in Belgien über zu wenig Anerkennung ihrer Arbeit klagen und Zweifel an ihrer Institution haben. Die Mehrheit soll jungen Leuten gar von einer Karriere beim Militär abraten. Als Grund hierfür wird ein Mangel an Zukunftssicherheit genannt.

Eine interne Studie des Verteidigungsministeriums zeigt, dass es nicht gut um den Gemütszustand der Armeeangehörigen steht. Die Studie wurde vor einigen Monaten abgeschlossen. Doch da es sich um schlechte Ergebnisse handelt, sind sie bislang noch nicht veröffentlicht worden.

Trübsinnige Soldaten

Den Militärangehörigen fehlt es an Wertschätzung ihrer Arbeit und sie zweifeln an der Organisation, der sie angehören. Als Grund wird immer wieder genannt, dass die Zukunft der Organisation unsicher sei. Ihr Bild von der Armee hat zudem einen negativen Beigeschmack und dieser ist stärker geworden als noch vor zwei Jahren. Drei Dinge fallen dabei auf.

  • Französischsprachiges Armeepersonal ist positiver eingestellt als ihre niederländischsprachigen Kollegen.
  • Auch über 45-Jährige in der Armee haben einen positiveren Bezug zu ihrem Arbeitgeber als ihre jüngeren Kollegen.
  • Die Unterschiede der Ergebnisse zwischen den einzelnen Streitkräften sind nur geringfügig.

Ferner zweifeln knapp 40 Prozent unter ihnen daran, dass die Armee noch ihre Aufgaben korrekt ausfülle. Viele sind der Meinung, dass sie nicht mehr mit den eigentlichen Aufträgen betraut würden. Eine Mehrheit denkt, dass die Bevölkerung nicht stolz auf sie sei.

Der Bericht unterstreicht explizit, dass die gefühlte Unsicherheit der Armeeangehörigen über die Zukunft ihrer Institution auf den Mangel an politischen Entscheidungen, zum Beispiel über die Schließung von Kasernen, zurückzuführen sei.

"Wir investieren wieder mehr"

Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) betonte an diesem Dienstag, dass er Verständnis für die Unzufriedenheit der Armeeleute habe. Er versicherte aber auch, dass die Zeit der Einsparungen, die seine Abteilung getroffen habe, der Vergangenheit angehörte.

"Die Ebbe hat sich gewendet. Wir investieren und stellen wieder mehr ein. Das geht aber nicht von heute auf morgen", sagte er im VRT-Radio an diesem Morgen.