Ein Drittel der Randalierer in Brüssel war aus Flandern

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat eine Bilanz der Krawalle in Brüssel vom vergangenen Wochenende gezogen. Ein Drittel der Rowdys, die am Samstagabend in der Hauptstadt randalierte, kam aus Flandern, der Rest aus der Brüsseler Umgebung.

Am vergangenen Wochenende ist es erneut in der Brüsseler Innenstadt zu Unruhen gekommen. Nach einer Demonstration gegen Sklaverei in Libyen vor dem Justizpalast hat ein Dutzend junger Randalierer auf der schicken Einkaufsmeile Louizalaan für Krawall gesorgt. Die Polizei hatte sofort eingegriffen und 71 Personen festgenommen.

Gegen mehrere Personen wurde Anzeige erstattet. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft eine Bilanz aufgestellt: Aus der ersten Analyse von 11 Akten hat es in nur vier Fällen ausreichend Hinweise gegeben, um die Verdächtigen dem Richter vorzuführen. Bei den Personen handelt es sich um drei Minderjährige und einen Erwachsenen. Der volljährige Mann wurde unter Auflagen wieder freigelassen. Ein Minderjähriger stammte nicht aus Brüssel und wurde der Staatsanwaltschaft von Ostflandern übergeben. Eine weitere Person wurde nach dem Verhör wieder freigelassen. Informationen der Staatsanwaltschaft zufolge sei er an den vorigen Krawallen nicht beteiligt und der Justiz auch nicht bekannt gewesen.

Bandenbildung?

Der vierte Minderjährige wurde dem Jugendrichter vorgeführt. Er hatte mit einem Gegenstand in Richtung eines Polizeiautos geworfen. Er war zudem an den Krawallen von vor zwei Wochen beteiligt. Der Anlass dieser Krawalle war eine Zusammenkunft, zu der der Internetstar Vargasss92 aufgerufen hatte. Bei dem Treffen kam es zu Ausschreitungen in der Brüsseler Innenstadt.

"Heute können wir mit Sicherheit sagen, dass mindestens eine Person identifiziert worden ist, die an den Krawallen vom 15. und vom 25. November teilnahm. Da wir noch mitten in den Ermittlungen stecken, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Zahl weiter ansteigt", ließ die Staatsanwaltschaft wissen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge komme die Mehrheit der Randalierer aus der Region Brüssel-Hauptstadt, doch ein Drittel sei aus Flandern. Vorerst wird noch keine Akte wegen Bandenbildung angelegt. Es werde jedoch nachgegangen, ob die verschiedenen Verdächtigen miteinander in Kontakt stehen und auf welche Weise sie sich organisieren. Es sei aber noch zu früh, um eine Sonderakte hierfür anzulegen, hieß es noch.