Belgiens Bahn will 4.400 weitere Stellen abbauen

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB will ihren Personalbestand weiter reduzieren. Wie die belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo in ihren Donnerstagsausgaben melden, will die Bahn die Zahl ihrer Ganztagsstellen bis Ende 2022 um rund 4.400 Beschäftigte abbauen. Dabei soll es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, sondern dieser Personalabbau werde über Pensionierungen und natürliche Abgänge geregelt, wie es dazu hieß.

Nach Informationen der beiden Wirtschaftsblätter sei dieser neuerliche Stellenabbau in einem betriebsinternen Businessplan der NMBS/SNCB festgeschrieben. Nach diesem Plan soll der Personalbestand in einem Äquivalent von Ganztagsstellen von 20.628 Arbeitsplätzen im Jahr 2014 bis Ende 2022 auf 16.228 Stellen verringert werden. Der Einschnitt soll so weit wie möglich über Pensionierungen und natürliche Abgänge bewerkstelligt werden, so De Tijd und L‘Echo.

In einer ersten Reaktion von Seiten der Bahnführung auf die entsprechenden Meldungen hieß es, dass Lokführer, Schaffner und das Sicherheitspersonal von diesem Personalabbau nicht betroffen seien. Die Bahn stehe bis zum Jahr 2022 vor großen Herausforderungen. Ohne einen entsprechenden Strategieplan würde sich das operative Betriebsergebnis verschlechtern, sagte Bahnchefin Sophie Dutordoir (kl. Foto) dazu.

Sie erinnerte aber daran, dass dieser Businessplan noch vom Verwaltungsrat der NMBS/SNCB abgesegnet werden müsse. Dazu braucht es auch die Zustimmung der belgischen Bundesregierung, die schließlich nach wie vor Hauptaktionär und damit Mitglied des Verwaltungsrates der Bahn ist.

"Wieder zu Lasten des Bahnpersonals"

Die Gewerkschaften bei der Bahn bedauern, dass die NMBS/SNCB ihre neuen (und alten (A.d.R.)) Vorhaben einmal mehr auf dem Rücken des Personals finanzieren will. Den Bahnkunden wolle man mit einer gesteigerten Qualität in Sachen Dienstleistung bei der Stange halten und man wolle die „kolossalen“ Altschulden weiter drastisch abbauen.

Und jetzt wolle man das Personal darum bitten, dazu einen Beitrag zu leisten, vergesse dabei aber, die Eisenbahner selbst zu motivieren. Bei der liberalen Eisenbahnergewerkschaft VSOA-Spoor hieß es dazu: „Also wird das Personal wohl wieder der einzige sein, der dafür bezahlen muss.“