Geldbußen bei schlechtem Benehmen im Zug oder auf dem Bahnhof

Wer sich im Zug oder auf dem Bahnhof daneben benimmt, riskiert künftig ein Bußgeld. Der Ministerrat hat hierzu an diesem Freitag einen Gesetzesentwurf verabschiedet. Unbelehrbare werden künftig noch stärker bestraft.

Der Gesetzestext soll dafür sorgen, dass die Verstöße tatsächlich sanktioniert werden. Bislang hätten Verstöße laut Verkehrsminister François Bellot (MR) jedenfalls häufig zu langwierigen und teuren Prozessen geführt. Sie blieben jedoch manchmal ohne Ergebnis. "Die Situation schafft ein Gefühl der Straffreiheit für Täter und sorgt für Unverständnis beim Bahnpersonal und den Fahrgästen. Das will die Regierung ändern.

Beamte der belgischen Bahn NMBS sowie des Schienennetzbetreibers Infrabel sollen kontrollieren und sanktionieren können. Ziel ist, dass sie hierzu auch ausgebildet werden.

Die Bußgelder sind entsprechend vier fester Beträge unterteilt: 50, 100, 250 und 300 Euro. Für Graffiti-Sprühen an Hauswände und auf Züge der NMBS oder für Manipulationen an Rolltreppen und Aufzügen können sogar Bußgelder zwischen 300 und 500 Euro anfallen.

Bellot betonte noch, dass auch das Laufen auf Schienen strafbar sei. Es führe zu Verspätungen der Züge.

Wer innerhalb eines Jahres zwei Mal den gleichen Verstoß begeht, riskiert eine größere Sanktion. In bestimmten Fällen, wenn die Person innerhalb von zwölf Monaten zehn Verstöße begeht, droht der Person eine Haftstrafe zwischen 15 Tagen und bis zu sechs Monaten oder ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Euro. Gegen minderjährige Personen kann ein Schlichtungsverfahren angestrebt werden.