Antwerpener Opposition büßt für Immobilienaffäre

Nicht der einflussreichste Politiker des Landes, der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever von der N-VA, sondern die Opposition aus Sozialdemokraten (SP.A) und Grünen (Groen), scheint den Preis für den Drink des Bürgermeisters auf dem Empfang eines Lobbyisten der Baufirma Land Invest zu zahlen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die flämische Zeitung Het Nieuwsblad am Samstag veröffentlicht.

Die Nachrichtenwebsite Apache hatte Bilder von einem Empfang des Land-Invest-Lobbyisten gezeigt, auf dem der Bürgermeister von Antwerpen und mehrere Stadträte anwesend waren. Die Antwerpener Grünen hatten daraufhin Anzeige gegen das Bürgermeister- und Schöffenkollegium wegen Befangenheit eingereicht. Später stellte sich heraus, dass Tom Meeuws, ein vorrangiges Mitglied der flämischen Sozialisten, mit denen die Grünen eine Koalition für die Gemeinderatswahlen gebildet haben, ebenfalls Beziehungen mit Land Invest pflegte.

Aus der Umfrage der Tageszeitung bei 1000 Antwerpenern geht hervor, dass die Koalition „Samen“ aus Groen und der SP.A in der Wählergunst am meisten verliert.
Die Partei des Antwerpener Bürgermeisters (die flämischen Nationalisten von der N-VA) dagegen legt zu. Dass De Wever einen Fehler begangen hat, finden 39 % der Befragten. Dass der Oppositionskandidat Tom Meeuws im Fehler war, finden sogar 65 % der Befragten.

De Wever reagierte auf Twitter mit Accipere quam facere praestat iniuriam:‚Unrecht erleiden ist besser als Unrecht tun‘. Das Kartell wurde für sein schäbiges Spiel bestraft, schlussfolgert De Wever in seiner Analyse.

Wouter Van Besien von den Grünen unterstrich in einer Reaktion den Wert, den seine Wähler auf Politik der sauberen Hände legen. Er deutet dies als Unterstützung zu Beginn der Wahlkampagne.