Strengere Führerscheinprüfung dämpft Erfolgsquote

Durch die seit Juni geltende strengere Benotung der theoretischen Führerscheinprüfung ist die Zahl der Schüler, die "die Theorie" auf Anhieb schaffen, stark gesunken. Der flämische Automobilverband VAB findet diese Entwicklung logisch: "Früher schaffte jeder dritte Führerscheinanwärter die theoretische Prüfung, wenn er die Antwort erraten konnte. Heute geht das nicht mehr."

Im Mai war ein regelrechter Ansturm auf die Führerscheinprüfungszentren ausgebrochen, da die Regierung eine Verschärfung der theoretischen Prüfung verordnet hatte. Die Ansage, dass viele Führerscheinanwärter an der Theorie scheitern würden, wird jetzt von ersten Zahlen belegt, schreibt die Zeitung Het Belang van Limburg.

Angefragt wurden diese Erhebungen vom christdemokratischen Abgeordneten Lode Ceyssens (CD&V) beim flämischen Minister für Mobilität Ben Weyts (N-VA).

Am Inhalt der theoretischen Fahrprüfung hat sich nichts geändert, wohl aber an der Benotung. Die Kandidaten müssen nach wie vor 41/50 Punkte erreichen, werden für schwere Fehler (z. B. durch die rote Ampel fahren) aber auch strenger benotet. Im Unterschied zu früher werden bei einem schweren Verkehrsverstoß jetzt 5 Punkte abgezogen (und nicht länger nur 1 Punkt). Zwei schwere Fehler bei der theoretischen Prüfung führen also zum Ausschluss.

Während im Mai noch knapp die Hälfte der Theorieschüler die Prüfung schafften, waren es im Juni nur noch knapp 22 %. Nach einer Anpassungsphase an die neue Prüfungsregelung stieg die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen theoretischen Prüfungen im August wieder auf 40 %.

VAB: neue Regelung verlangt besser Vorbereitung

Der flämische Automobilverband sieht die positive Seite der schwieriger gewordenen Theorieprüfung. "Weil es keinen Sinn mehr macht, Antworten zu erraten, lernen die Kandidaten inzwischen besser für die Prüfungen", so Joni Junes. "Jeder dritte Fahrschullehrer bestätigt, dass die Verkehrskenntnisse gestiegen sind. Die anderen stellen keine wesentlichen Änderungen fest."

Der flämische Abgeordnete Ceyssens wundert sich nicht über die Resultate. Aber die strengere Benotung zwingt Führerscheinanwärter auch, sich besser auf die theoretischen Fragen vorzubereiten. Wir möchten erreichen, dass ihnen schwere Verstöße im Verkehr bewusster werden und sie auf alle möglichen Gefahren bedacht sind."

Mobilitätsminister Weyts bestätigt seinerseits, dass die Reaktionen der Fahrschulen sehr gut sind. Die Anwärter kennen die Verkehrsregeln jetzt besser. Das ist positiv für die Verkehrssicherheit und erhöht die Erfolgschancen bei der praktischen Fahrprüfung."