Terrorismus: "Belgien verhandelt natürlich nicht mit IS-Kämpfern"

Belgien wird auf gar keinen Fall mit belgischen oder anderen IS-Kämpfern, die zurückkehren wollen, verhandeln. Das hat Belgiens Premier Charles Michel am Sonntag im Privatsender VTM Nieuws gesagt. "In unserer Gesellschaft ist kein Platz für solche Leute."

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Tarik Jadaoun, einer der berüchtigsten noch lebenden IS-Kämpfer, der in einem Gefängnis im Irak sitzt, mit den belgischen Sicherheitsdiensten zusammenarbeiten wolle. 'Abu Hamza Al-Belgiki' wurde während der Schlacht um Mossul verhaftet. Er sagte aus, dass er sich unter anderem um die Ausbildung von Kindersoldaten für den IS gekümmert habe. Er verfüge jedoch über Informationen, wie er sagt, die Belgien weiterhelfen könnten.

Premier Michel will jedoch nicht darauf eingehen. "Mit diesen Menschen sind keine Verhandlungen möglich", sagte er am Sonntag. "In unserer Gesellschaft ist kein Platz für solche Leute. Wir müssen internationales Recht respektieren, aber es gibt keinen Spielraum für nachlässiges Auftreten. Wir werden uns für ein sehr strenges Vorgehen entscheiden."

Am morgigen Montag findet eine neue Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates statt, bei der Michel sein Vorgehen erläutern will. "Ich sehe nicht, wie es möglich sein soll, mit Kriegsverbrechern zu verhandeln. Das geht nicht. Wir müssen auf der Grundlage von internationalem Recht und in Abstimmung mit unseren europäischen Partnern eine Strategie entwickeln. Wir müssen für ein kohärentes Vorgehen sorgen."

Der Premier will Fälle von Belgiern im Irak und Syrien einzeln betrachten, aber mit Terroristen werde auf keinen Fall verhandelt. "Nach den Tragödien in Belgien und in anderen Ländern geht es nicht, dass wir offen für diese Menschen sind."