"Todesfahrer" ist Wiederholungstäter

Zwei Unfälle verursachen, darunter einen tödlichen Unfall mit Fahrerflucht, und trotzdem weiterfahren, erneut einen Unfall bauen und wieder Fahrerflucht begehen: Das ist, was der Wiederholungstäter, der vor zwei Jahren die 15-jährige Saar Gevaert anfuhr und Fahrerflucht beging, gemacht hat. Für viele ist das unbegreiflich, aber der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal Fahrverbot. Die Eltern von Saar sind besonders schockiert.
Dieses 'Ghost bike' soll an die tödlich verunglückte Saar erinnern.

Vor zwei Jahren wurde Saar Gevaert als sie mit ihrem Fahrrad die Straße überqueren wollte, überfahren. Der 33-jährige Fahrer, der zu viel getrunken hatte, beging Fahrerflucht.

Der Mann wurde infolge des Unfalls von einem Gericht erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In Berufung wurde ihm jedoch ein effektives Fahrverbot von 10 Jahren auferlegt. Jetzt hat sich herausgestellt, dass der Mann vor seiner Verurteilung in Berufung noch einen Verstoß beging. Er war mit dem Auto einer Freundin gegen einen Pfeiler gefahren und hatte wieder Fahrerflucht begangen. Das haben die Eltern von Saar während einer Gedenkfeier für ihre Tochter gesagt.

"Wir haben erfahren, dass der Fahrer, der Saar überfahren hat, zwischenzeitlich schon wieder einen Verkehrsunfall hatte und Fahrerflucht beging. Zehn Tage später sollte er wegen des Urteils infolge des Unfalls mit Saar vor Gericht erscheinen. Er hat damals eine Bewährungsstrafe und ein 10-jähriges Fahrverbot bekommen. Doch in der Zwischenzeit hatte er erneut einen Unfall verursacht", so Bart Gevaert, der Vater von Saar.

Der Mann war damals noch nicht endgültig wegen des Todes von Saar Gevaert verurteilt und hatte also noch kein Fahrverbot auferlegt bekommen. Allerdings hatte er seinen Führerschein freiwillig abgegeben. Trotzdem setzte er sich hinters Steuer, rammte mit dem Auto einen Laternenpfahl und beging Fahrerflucht. Für die Eltern von Saar ist die Tatsache, dass so etwas möglich ist, unbegreiflich.

"Das ist ein weiterer Stich in unseren Rücken. Wir haben unsere Saar verloren und jetzt kommt uns das zu Ohren - von ein und derselben Person. Und wir müssen machtlos zusehen", erklärt Ann Colson, die Mutter von Saar Gevaert.

Das sei schon deswegen ein Schlag ins Gesicht, weil der Mann als Verteidigung im Gericht argumentiert habe, dass er infolge des Unfalls traumatisiert sei und nicht mehr fahren könne, betont Bart Gevaert, der Vater von Saar noch.

Der "Todesfahrer", wie er in Flandern genannt wird, muss sich wegen seines jüngsten Vergehens am 5. Februar vor Gericht verantworten.

Wer zur Bewährung verurteilt wird und erneut gegen das Gesetz verstößt, bekommt normalerweise eine effektive Strafe, aber viele Polizeigerichte wenden das Gesetz nicht oder kaum an.