Regierung will Pharma Valley unterstützen

Die belgische Bundesregierung will den pharmazeutischen Sektor und insbesondere Forschung und Innovation gezielt fördern. Extra steuerliche Anreize und ein Observatorium zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gehören zu den neuen Maßnahmen, die Regierung und Sektor vereinbart haben.

Auf einer Pressekonferenz nach der Zusammenkunft der "R&D-Biopharma-Plattform" (Kernkabinett sowie der Dachverband pharma.be und die Pharmakonzerne GSK, Janssen, Pfizer, UCB und Novartis) nannte Premierminister Charles Michel (MR) die pharmazeutische Branche "eine Perle, die wir verankern und entwickeln wollen". 

Die Pharmaunternehmen in Belgien beschäftigen rund 35.000 Menschen, darunter 4.500 Forscher. In den vergangenen Jahren gelang es belgischen Labors, u. a. die erste Malariaimpfung und die erste neue Arznei gegen Tuberkulose in den letzten 40 Jahren zu entwickeln. Belgien führt darüber hinaus Arzneimittel und Impfstoffe im Wert von 40 Milliarden Euro aus, mit anderen Worten: 11,3 % des gesamten Exportumsatzes des Landes.

Vor über 10 Jahren war unter der Verhofstadt-II-Regierung eine Taskforce zugunsten des Pharmasektors eingerichtet worden. Diese Plattform schuf ein günstiges Investitionsklima, aber heute muss alles daran getan werden, damit Belgien seine Spitzenposition behält, so UCB-Boss Jean-Christophe Teller.

Teller sprach im Namen der Health, Science & Technology Group (HST), der neben UCB auch die Unternehmen GSK, Janssen und Pfizer angehören.

Neue Fördermaßnahmen

Regierung und Pharmasektor haben vereinbart, die Freistellung vom Kostenvorabzug für Forschungspersonal auf die Inhaber von Bachelor-Abschlüssen auszudehnen. Ebenfalls beschlossen wurde die Einrichtung eines Observatoriums - einzigartig in Europa - das die Anziehungskraft von Belgien als Investitionsland für Biopharma-Forschung permanent überwachen soll. 

Die Rolle der föderalen Arzneimittelagentur (fagg) wird in Zukunft noch ausgebaut und ihre Kontrollbefugnis in Biopharmaunternehmen in anderen Ländern soll verstärkt werden.

Pharmasektor zusammengefasst

Belgien zählt  15 Pharma-Hauptsitze, 14 Forschungs- und Entwicklungszentren, 32 Produktionswerke. 2016 haben die Pharmaunternehmen einen Rekordbetrag von 2,9 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklungt investiert.