Flämischer Betrieb baut erste Müllinsel der Welt

Das Technologieunternehmen Keppel-Seghers aus Willebroek bei Antwerpen hat einen milliardenschweren Auftrag für den Bau einer künstlichen Müllentsorgungsinsel an Land gezogen. Die Anlage soll den Hausmüll der Millionenstadt Hongkong entsorgen. Es ist das erste Projekt dieser Art. Die Müllverbrennung soll gleichzeitig Strom für hunderttausende Haushalte erzeugen.

Bei dem Auftrag handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um ein Riesengeschäft: 2 Milliarden Euro kostet der Bau der Anlage. Rechnet man den Beitrag des chinesischen Partners von Keppel-Seghers hinzu, steigt der Vertragswert gar auf 3,3 Milliarden Euro.

Obwohl die 7 Millionen Einwohner zählende Metropole technologisch eher zu den fortschrittlicheren Städten der Welt zählt, wird der Müll von Hongkong bis heute auf Müllhalden entsorgt. Dieses Verfahren verursacht Umweltprobleme, u. a. durch das Methangas, das durch die Gärung der Abfallberge erzeugt wird. 

Der Bau der ersten künstlichen Müllentsorgungsinsel ist auch ein Zeichen für das Umdenken Chinas in der Umweltpolitik. 

Verbrennung, grüne Energie und Entsalzung

Die insgesamt 16 Hektar große Inselanlage soll nicht nur für die Verbrennung von 1,2 Millionen Tonnen Hausmüll sorgen, sondern gleichzeitig Meereswasser entsalzen und grüne Energie für 100.000 Haushalte sorgen. 

Die Investition in das Inselprojekt en werden die CO2-Emissionen von Hongkong jährlich um 0,44 Millionen Tonnen verringern.

Keppel-Seghers seit Längerem in China aktiv

Das flämische Unternehmen aus Willebroek ist seit mehreren Jahren in China, u. a. in der Industrieregion von Shenzen aktiv, wo jedes Jahr ca. 11 Millionen Tonnen Abfall mit belgischer Technologie verbrannt werden. 

Die künstliche Müllentsorgungsinsel vor der Küste von Shek Kwu Chau bei Hongkong soll 2024 in Betrieb genommen werden.