Vorerst keine Rückführungen mehr in den Sudan

Vorerst finden keine Repatriierungen mehr von Migranten in den Sudan statt. Diese Regel gilt bis Ende Januar. Das hat Premier Charles Michel dem französischsprachigen Sender RTBF gesagt.

Michel will zunächst eine detaillierte Untersuchung durchführen lassen, weil mehrere Sudaner, die von Belgien in den Sudan zurückgeschickt wurden, sagen, dass sie bei ihrer Ankunft in der Heimat gefoltert worden seien. Am gestrigen Mittwoch waren entsprechende Zeugenberichte von abgeschobenen Sudanern bekannt geworden.

"Ich will klar und deutlich sein", so Michel. "Es wird mindestens bis Ende Januar keine Repatriierungen mehr geben."

Die Fälle müssten untersucht und Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen werden, so der Premier. 

Der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken, hatte  zuvor gesagt, dass man die Repatriierung von Sudanern erst einstelle, wenn Beweise von Folter der zurückgekehrten Personen  vorlägen.

Mit dem Untersuchungsbericht wird für Ende Januar gerechnet.

Francken unterstrich noch einmal, dass die Einwanderer, die von Belgien abgeschoben wurden, kein Asyl in Belgien beantragt hätten. Es habe sich um Transitmigranten gehandelt, die auf dem Weg nach England gewesen seien.