Puigdemont: „Katalanische Republik hat gesiegt“

Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont feierte die von den Separatisten verteidigte absolute Mehrheit bei den Wahlen in Katalonien in der Nacht zum Freitag in Brüssel mit begeisterten Anhängern und einer Gruppe flämischer Nationalisten. Dorthin hatte er sich abgesetzt, um in Spanien einer Inhaftierung zu entgehen. „Der spanische Staat wurde bezwungen“, sagte er vor Journalisten und Anhängern.

Überraschend war auch das gute Abschneiden von Puigdemonts Allianz JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien), die entgegen aller vorherigen Umfrageergebnisse alleine auf 34 Sitze kam. Das Ergebnis der Abstimmung vom Donnerstag war weit deutlicher, als Umfragewerte zuvor erahnen ließen. Die drei separatistischen Parteien konnten erneut eine absolute Mehrheit von 70 der insgesamt 135 Sitze des Parlaments in Barcelona erringen.

Die mit Spannung erwartete Neuwahl in Katalonien hat also keinen politischen Richtungswechsel in der spanischen Krisenregion gebracht.

Sollte Puigdemont nach Spanien zurückkehren, droht ihm eine sofortige Festnahme. Dennoch will der Vater zweier kleiner Mädchen zurück in die Heimat, falls er vom Parlament zum Präsidenten gewählt wird. „Rajoy und seine Alliierten haben verloren und von den Katalanen eine Ohrfeige bekommen“, sagte er nach der Wahl. Madrid habe die Wahl verloren, „mit der es den Putsch legalisieren wollte“.

Fast 82 Prozent der 5,5 Millionen wahlberechtigten Katalanen waren zu den Urnen gegangen – ein neuer Rekord, der zeigt, wie wichtig den Bürgern die Unabhängigkeitsfrage ist. Die Neuwahl fand knapp zwei Monate nach der Absetzung der Separatisten-Regierung durch die Zentralregierung von Mariano Rajoy statt.

Die liberale Partei Ciudadanos der Spitzenkandidatin Inés Arrimadas ging als eigentliche Gewinnerin aus der Wahl hervor. Ciudadanos ist strikt gegen eine Loslösung der Region von Spanien und erzielte 37 Sitze – jedoch gab es wegen des schlechten Abschneidens der möglichen Koalitionspartner keine Chance auf eine Regierungsbildung.