Die Weihnachtsansprache von König Philippe

Belgiens Staatsoberhaupt König Philippe hat die Bürger auch in Deutsch, der dritten Amtssprache seines Landes, in seiner traditionellen Weihnachtsansprache zur Zuversicht aufgerufen. Trotz der unruhigen Weltlage und der überall wachsenden Spannungen sollte man die schönen Dinge des Lebens und auch die Vorzüge unserer Gesellschaft nicht vergessen.

„Staunen", sollten wir, meint König Philippe in seiner Weihnachtsansprache. Natürlich habe jeder so seine persönlichen Probleme. Natürlich gebe es da Unruhe und Unsicherheit in der Welt, seien globale Gleichgewichte gefährdet. Wir sollten uns dadurch aber nicht den Blick vernebeln lassen und stattdessen "staunen" über die schönen Seiten des Lebens, die Gesten der Menschlichkeit, die überall zu beobachten sind.

Zur Illustration beschreibt Philippe bewegende Begegnungen, die er und Königin Mathilde in den letzten Wochen und Monaten gemacht haben. Ein anderer Blick auf die vermeintlich einfachen Dinge des Lebens beflügele zudem die Kreativität. Staunen sollte man auch über all das, was unsere Gesellschaft erreicht hat, die Welt, in der wir leben.

Staunen, um nicht in Zynismus und Gleichgültigkeit zu verfallen. Denn nicht vergessen: Die Zukunft der Demokratie hänge auch wesentlich davon ab, wie wir sie betrachten. Heißt wohl: Wenn man immer nur die schlechten Seiten sehen will, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. Der König plädiert also für einen nüchterneren Blick auf die Demokratie.

„Lassen wir uns schließlich auch staunen über das, was wir alles gemeinsam aufgebaut haben, unser gemeinsames Gut, das Ergebnis einer langen Geschichte von Verbundenheit, verankert in Solidarität und Kompromissen. Daraus können wir die Kraft schöpfen, um nicht in sterilen Zynismus und Gleichgültigkeit zu verfallen“, so der König wörtlich.