Kaserne Kamp Elsenborn bald privat bewirtschaftet

Das militärische Ausbildungszentrum Kamp Elsenborn (Foto) in Ostbelgien wird die erste Verteidigungseinrichtung unseres Landes, die einem privatwirtschaftlichen Betreiber anvertraut werden wird. Der Ministerrat der belgischen Bundesregierung gab dazu in seiner letzten Sitzung vor den Weihnachtsferien grünes Licht.

Die Übergabe der Verantwortung für die allgemeintechnische Verwaltung der Kaserne Kamp Elsenborn im deutschsprachigen Osten der Provinz Lüttich gilt für den Zeitraum 2018-2028 im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags. Dieser Vertrag wird nach zwei Jahren zwischenzeitlich ausgewertet. Dabei wird festgelegt, ob der Vertrag zu Ende geleistet werden kann oder beendet werden muss.

Das belgische Verteidigungsministerium arbeitet bereits seit 2016 mit externen, sprich privaten Betreibern für Dienstleistungen an militärischen Standorten zusammen. Dies betrifft bisher in erster Linie Transport- oder Sicherheitsaufgaben, Gebäudeunterhaltung oder den Cateringbereich. Dies ist z.B. der Fall in der Königlichen Militärschule (KMS) in Brüssel, wo das Cateringunternehmen Sodexo seit August 2017 für den Kantinenbetrieb sorgt.

Ende November übernahm zudem die Sicherheitsfirma Securitas die Absicherung der Kaserne „Cdt. De Hemptinne“ in Heverlee bei Löwen in Flämisch-Brabant. Diese Kaserne ist der Standort der Special Forces der belgischen Armee und der Kavallerie („jagers te paard“/„chasseurs à cheval“) - heute ein Bataillon mit leichten Panzerfahrzeugen.

Die Übergabe von Dienstleistungen im militärischen Bereich in Belgien in private Verantwortung findet im Rahmen einer allgemeinen strategischen Zukunftsbestimmung der Armee. Im Juni 2016 stimmte die belgische Bundesregierung einem Vorhaben zu, dass die Mannschaftsstärke der Truppe mittelfristig auf 25.000 Mann reduzieren soll. Die belgische Armee soll sich im Rahmen dieser Reform auf ihre Kernaufgaben (z.B. Verteidigungs- und Sicherheitsaufgaben, Auslandseinsätze im EU- oder Nato-Verband) beschränken.