Küstensturm: Baukran stürzt auf Hochhäuser

In der flämischen Küstenstadt Nieuwpoort hat ein Sturm am Mittwochabend einen Baukran auf zwei Hochhäuser und mehrere Autos geworfen. Dabei wurde eine 73-jährige Bewohnerin getötet. Drei weitere Personen wurden verletzt. Der Ehemann der 73-Jährigen schwebt noch in Lebensgefahr.

Zwei weitere Personen, die leichtere Verletzungen erlitten, konnten die Klinik inzwischen wieder verlassen. Der Sachschaden ist enorm. Der Bürgermeister von Nieuwpoort, Geert Vanden Broucke, verglich das Gelände mit „einem Kriegsgebiet“. Die Aufräumarbeiten dauerten die Nacht über an. Als äußerst schwierig erwies sich die Bergung der Gegengewichte des Baukrans, Betonblöcke mit einem Gewicht von 20 Tonnen, die in den Appartements der drei obersten Stockwerke verteilt lagen.

Das Gebäude muss abgestützt werden. Ein Statiker erklärte die drei obersten Etagen für unbewohnbar. Die Räumungsarbeiten dürften noch den ganzen Tag dauern. Die etwa 70 Bewohner der oberen Stockwerke mussten die Nacht in diversen Hotels der Stadt verbringen.

Es war übrigens nicht das erste Mal, das der Baukran für Probleme sorgte. Er drohte bereits am 12. November umzustürzen. Damals waren 50 Personen vorsorglich evakuiert worden. Die Staatsanwaltschaft ordnete Ermittlungen an.

Sturm mit Folgen

In Ostende sorgte der Sturm an der Küste für die Absage des Fußballspiels KV Ostende-Racing Genk. Der Sturm hatte zuvor Teile des Dachs des Fußballstadions abgedeckt.

Auch aus Antwerpen wurden Sturmschäden gemeldet. Vom Antwerp Tower (Foto unten), der derzeit von Grund auf saniert wird, fielen Isolierungsplatten herunter. Die beliebte Flaniermeile ‚De Keyserlei‘ in der Nähe des Hauptbahnhofs musste teilweise für den Verkehr gesperrt werden.