Neue Regeln um Belgier zu werden und zu bleiben

Wer die belgische Staatsbürgerschaft beantragen möchte, muss künftig einen vollständigen Einbürgerungslehrgang erfolgreich abschließen und eine amtliche Geburtsurkunde seines Herkunftslandes vorlegen. Das hat Belgiens christdemokratischer Bundesjustizminister Koen Geens angekündigt.

Die Neuregelung war während der Regierungssitzung am vergangenen Freitag beschlossen worden. Die Vorlage eines sogenannten „konsularischen Attestes“ reicht künftig also nicht mehr, um Belgier zu werden. Auch sieht die neue Einbürgerungsgesetzgebung vor, dass der Antragsteller mindestens eine der drei belgischen Landessprachen – Niederländisch, Französisch oder Deutsch – beherrscht.

Auch für im Ausland geborene Belgier mit mindestens einem belgischen Elternteil gilt ab jetzt eine gesetzliche Neuregelung. Sie müssen noch vor der Vollendung ihres 28. Lebensjahres eine Erklärung abgeben, dass sie die belgische Staatsangehörigkeit behalten möchten. Unterlassen oder vergessen die Betroffenen dies, sich sie ab dann keine Belgier mehr.

Wer aber zwischen dem 18. und dem 28. Lebensjahr einen belgischen Reisepass beantragt und erhalten hat, behält laut Justizminister Geens (Foto) die belgische Staatsangehörigkeit auf Lebenszeit.

Laurie Dieffembacq