E-Commerce und Maut: Mehr Sprinter in der Stadt

Die Absatzzahlen bei Lieferwagen und kleinen Lastwagen schnellen in Belgien in die Höhe. Alleine im zu Ende gehenden Jahr 2017 wurden hier rund 800.000 neue Sprinter und andere Lieferwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Anstieg um 14 % gegenüber dem Vorjahr. Der Grund liegt bei mehreren Faktoren, z.B. bei der LKW-Maut in Belgien, bei der Einführung von Umweltzonen in den Metropolen und beim stets beliebteren Handel im Internet.

Je mehr Artikel die Belgier in Internet bestellen, je mehr Lieferwagen kommen hinzu, beobachten Wirtschafts- und Verkehrsexperten zur rekordverdächtigen Zunahme von neu zugelassenen Kleinlastwagen in unserem Land. Tatsache ist, dass inzwischen 62 % aller hier als Firmenwagen angemeldeten Fahrzeuge solche Sprinter und Kleintransporter sind.

Febiac, der Dachverband der belgischen Automobilindustrie, bestätigte diese Entwicklung und führt dies ebenfalls auf den immer populäreren Handel im Internet mit auszuliefernden Bestellungen zurück. Wo zunächst lediglich Kleidungsstücke, Bücher und Unterhaltungselektronik via Internet und Parcelservice in die Haushalte kamen, wird inzwischen sogar frisch zubereitetes Essen per Sprinter auf den Tisch gebracht.

Doch neben dem E-Commerce spielen auch andere Faktoren hier eine nicht unerhebliche Rolle. Seit Mitte 2016 gilt in Belgien in großen Teilen des Straßenverkehrs eine Maut für Lastwagen über 3,5 Tonnen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Um diese Maut umgehen zu können rüsten Transportunternehmen ihren Fuhrpark um und ersetzen LKW durch Kleinlastwagen oder Kleintransporter. Doch dies hat nicht nur eine weitere Flut von Fahrzeugen in den Innenstädten zur Folge, sondern auch noch mehr Autos in den Staus, die inzwischen nicht mehr nur zu Stoßzeigen vorkommen…