2017 wieder ein Rekordjahr in Sachen Stau

Im zu Ende gehenden Jahr 2017 wurden wieder alle möglichen Staurekorde in Belgien gebrochen. Die Autofahrer standen auch in diesem Jahr wieder öfter und länger im Staus als im Jahr davor. Aus einer entsprechenden Analyse der Staudaten im Jahresbericht des belgischen Mobilitätsverbandes Touring Mobilis ist ersichtlich, dass sich die Staus über den ganzen Tag verteilt und im ganzen Land ausbreiten.

„Global nimmt der Staudruck auf den belgischen Hauptstraßen noch weiter zu.“, stellt VRT-Verkehrsredakteur Hajo Beeckman fest. Der Staubarometer registrierte dieses Jahr überdies mehr Staus mit über 400 km Länge als 2016: „Die wichtigsten Ursachen waren der nasse Herbst und das Winterwetter im Dezember. In Gebieten, wo sich seit Jahren schon strukturelle Staus ergeben, wie z.B. um Brüssel und Antwerpen, nehmen die Fahrzeiten auch außerhalb der Stoßzeiten zu. Das hat damit zu tun, dass sich die morgendlichen Staus im Berufsverkehr langsamer auflösen als früher und auch mit zunehmendem Freizeitverkehr.“

Einige Zahlen: Im Jahr 2011 wurden 853 Stunden registriert, in denen es Staus über 100 km Länge gab. Diese Zahl stieg 2017 auf über 1.400 Stunden. Damals waren Staus von mehr als 400 km Länge noch eine große Ausnahme und solche Staus lösten sich nach rund 20 Minuten wieder auf. 2017 wurden 15 Stunden mit über 400 km langen Staus gemessen.

Einige Gründe: Steigende Bevölkerungszahlen und das Wirtschaftswachstum sorgen für mehr Bewegung von Menschen, Waren und Gütern - auch dort, wo dies früher nicht der Fall war. Arbeitgeber und Arbeitnehmer suchen wegen den stets länger werdenden Staus in den Stoßzeiten nach anderen Uhrzeiten für Meetings oder zum Pendeln und Firmen lassen sich andere Lieferzeiten einfallen.

Noch mehr Gründe: Es gibt heute auch mehr Freizeitverkehr als früher, z.B. durch eine mobilere Altersgruppe bei den über 55-Jährigen oder durch wärmere Tage und Wochen im Laufe des Jahres. Einige Großstädte, wie Brüssel, Antwerpen oder Gent, haben autofreie Innenstädte eingerichtet, wodurch alternative Wege gesucht werden. Es sind deutlich mehr Lieferwagen unterwegs, was auch eine Folge des Internethandels und der entsprechenden Lieferungen ist.

Spitzentage für Staus

Die beiden größten und längsten Staus bzw. heftigsten Stautage fanden 2017 nicht während den Stoßzeiten statt, sondern während dem sogenannten „Tagesrand“ der verkehrstechnisch eher mitten am Tag ist (in etwa gegen 11 Uhr am Vormittag): Sonntag, 10. Dezember, 755 km Stau; Montag, 11. Dezember, 1.294 km Stau. Hier lag heftiger Schneefall am Ursprung der Staubildung und dem Wetter entsprechende niedrigere Geschwindigkeiten sorgten damals auch für zähfließenden Verkehr über Stunden hinweg.

Bei vielen Staus in Belgien ist einfacher Niederschlag, sprich Regen, die Ursache. Das war z.B. zur morgendlichen Stoßzeit am Dienstag, 21. November (445 km), am Freitag, 13. Januar (420 km) und am Dienstag, 6. Juni (412 km) der Fall. Im abendlichen Berufsverkehr lagen Schnee, Schneeregen und Regen am Ursprung von langen Staus am Montag, 11. Dezember (546 km); am Donnerstag, 30. November (457 km) und am Mittwoch, 24. Mai (359 km).