Wirtschaftsaufschwung? Die Arbeitskräfte fehlen!

Der belgische Arbeitgeberverband VBO ist optimistisch und geht von einem Wirtschaftswachstum von bis zu 2 % für das neue Jahr aus. Damit sind die Unternehmer optimistischer als die Belgische Nationalbank (BNB), die 1,7 % für 2018 voraussagte. Doch ein Problem hat dieses Wirtschaftswachstum. Es kann sich nur entwickeln, wenn die offenen Stellen besetzt werden können, doch daran könnte einiges scheitern. Das sind aber nicht die einzigen Sorgen der Arbeitgeber.

VBO-Vorstand Pieter Timmermans (kl. Foto) sagte zu dieser Entwicklung, dass die Arbeitgeber Wort gehalten hätten, doch „die Jobs sind da. Die Herausforderung ist, diese zu besetzen.“ Rund 40 % aller Unternehmen in Belgien geht davon aus, im neuen Jahr zusätzliches Personal einzustellen, darunter das Bauwesen und die Industrie, doch schon jetzt zeigt sich, dass die Firmen Probleme damit haben, geeignetes Personal zu finden.

Mittlerweile stoßen die Unternehmen, die schon jetzt neue Mitarbeiter mit bestimmten Profilen suchen (Stichwort Facharbeitermangel) bereits auf kaum noch geeignete Kandidaten.

Doch nicht nur die Suche nach geeigneten Arbeitskräften könnte dem vorausgesagten Wirtschaftswachstum Steine in den Weg legen. Ein weiteres größeres und schier unlösbares Problem ist der Verkehr. Besonders die Wirtschaftsstandorte Brüssel und Antwerpen leiden laut Unternehmerverband VBO unter enormen Stauproblemen. Passende Alternativen reichen dabei kaum aus.

Tarifabkommen 2019-2020

Und nicht zuletzt könnten überhöhte Tarifforderungen von Seiten der Gewerkschaften Sand ins Getriebe werfen. Ende des Jahres beginnen neue Verhandlungsrunden zu einem neuen Tarifabkommen für die Jahre 2019 und 2020. VBO-CEO Timmermans hofft, dass die Gewerkschaften in ihren Forderungen nicht zu weit gehen: „Wir dürfen nicht entgleisen, sonst sind alle Anstrengungen, die wir gleistet haben, um wettbewerbsfähiger zu werden, umsonst gewesen. Die neue Gesetzgebung zur Lohn- und Gehaltsnorm hilft und, doch man muss auch noch zu einem Abkommen finden.“