Jadaoun sollte in Belgien einen Anschlag verüben

Der aus Belgien kommende IS-Terrorist Tarik Jadaoun hat bei Verhören gegenüber amerikanischen und belgischen Ermittlern angegeben, dass er sich 2015 dazu bereit erklärt hat, in unserem Land einen Anschlag zu verüben. Jadaoun, der aus Verviers in der Provinz Lüttich stammt, sitzt seit Monaten in einer Zelle im Irak, wo er mehrmals verhört wurde. Seine Angaben dabei decken sich allerdings nicht mit den Aussagen in einem Interview mit der VRT Mitte Dezember.

Letzten Monat gab Tarik Jadaoun in einem per Mobiltelefon geführten Gespräch mit dem Kriegsberichterstatter unseres Hauses, Rudy Vranckx an, er wolle mit den belgischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten, denn er habe vielleicht wichtige Informationen für sie.

Damit wollte der IS-Kämpfer wohl versuchen, einer Todesstrafe, die ihm im Irak droht, zu entgehen. Daneben gab er damals an, nicht wirklich gekämpft, sondern hinter der Front verletzte versorgt zu haben.

Aus den Verhören mit US-Ermittlern und deren Kollegen aus Belgien ist jedoch eine völlig andere Sicht der Dinge ersichtlich, wie die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws berichtet. Das Blatt hatte unlängst Einsicht in die Vernehmungsprotokolle. Demnach hat Jadaoun angedeutet, sich für einen Anschlag in seinem Heimatland gemeldet zu haben, doch man habe andere Dinge mit ihm vorgehabt und so sei es nicht zu einem Attentat seinerseits gekommen.

Wichtige Funktion im IS-Terrornetz

Tarik Jadaoun wurde, wie aus verschiedenen Quellen ersichtlich ist, zu einer Art Koordinator für verschiedene IS-Terrorzellen in Westeuropa und galt deshalb als Nachfolger von Abdelhamid Abaaoud, der nach den Anschlägen von Paris im November 2015 bei einem Gefecht mit französischen Polizisten ums Leben kam.

Nicht zuletzt zeigen Fotos, die Jadaoun während seiner Zeit im Irak selbst via Facebook postete, ein anderes Bild, nämlich das von einem überzeugten und brutalen Kämpfer im heiligen Krieg. Dies scheinen die Verhöre mit Ermittlern im Irak ebenfalls zu bestätigen. Demnach ist der Vervierser deutlich tiefer in das IS-Terrornetzwerk verstrickt, als er selbst heute glauben lassen möchte.