Viele offene Stellen aber zu wenig Bewerber

Das flämische Arbeitsamt VDAB empfing im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Stellenangeboten. Mit mehr als 258.000 offenen Stellen, was einem Anstieg um 14 % gegenüber 2016 entspricht, war diese Zahl hier so hoch wie nie, doch viele dieser offenen Stellen bleiben unbesetzt. Im Trend liegen allerdings die sogenannten Flexi-Jobs. Das sind Nebenjobs ohne große Steuer- oder Sozialabgaben.

Die über 258.000 Stellenangebote richteten sich im vergangenen Jahr an unterschiedliche Ausbildungsgrade und Fachkräfte. Etwa 100.000 offene Stellen betrafen hochausgebildete Kandidaten (technische Fachkräfte und Studienabgänger mit Bachelor- oder Master-Abschlüssen). Das waren 15,6 % mehr als im Vorjahr.

Weitere 100.000 Stellenangebote richteten sich an Arbeitsuchende mit geringer oder ohne spezifische Ausbildung. Auch diese Zahl lag rund 10 % über dem Vorjahreswert. Weitere 56.000 Jobangebote waren auf Kandidaten ausgerichtet, die über einen Mittelschulabschluss oder eine abgeschlossene Lehre verfügten. Hier wurden 2017 16,8 % mehr Bewerber gesucht, als im Jahr davor.

Doch viele dieser offenen Stellen konnten und können nicht besetzt werden, da die passenden Bewerber fehlen. Im vergangenen Jahr blieben 39.000 dieser Stellenangebote nach der Bewerbungsphase weiter unbesetzt. Das ist laut VDAB ein Anstieg um 12 % auf Jahresbasis.

Das flämische Landesarbeitsamt gibt an, dass nach wie vor Jobangebote für technische Berufe - Mechaniker oder Ingenieure - unbesetzt bleiben (der berühmte Facharbeitermangel). Große Probleme bleiben auch bei der Suche nach Personal für den Pflege- und Gesundheitsbereich bestehen.

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Mehr Flexi-Jobs in Flandern

Die Zahl der Flexi-Jobs, zumeist Nebenjobs im Gaststättengewerbe, ist in Flandern angestiegen. Flexi-Jobs erlauben, stundenweise nebenbei zu arbeiten, ohne dass man darauf Steuern oder Sozialabgaben entrichten muss. Laut einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijs üben derzeit etwa 28.500 Menschen in Flandern einen solchen Job aus. Die Zahl der Flexi-Jobs wird in Flandern dieses Jahr zweifellos weiter ansteigen, denn seit dem 1. Januar beschränkt sich diese Möglichkeit nicht mehr nur auf Jobs in der Gastronomie.

Jetzt bietet der Einzelhandel ebenfalls solche Nebenverdienstmöglichkeiten an. Während diese Möglichkeit des Hinzuverdienens in Flandern immer beliebter wird, scheint diese Möglichkeit in der Region Brüssel-Hauptstadt und in der Wallonie nicht so populär zu sein. Hier fehlen dazu offenbar schon die Angebote von Seiten der Arbeitgeber.