Eine Alternativ-Trasse zum "Eisernen Rhein"?

Die flämische Landesregierung arbeitet in diesen Tagen wieder einmal gemeinsam mit den Niederlanden und mit Deutschland an einer Wiedereröffnung der historischen Güterbahnverbindung zwischen dem Hafen von Antwerpen und dem Rheinland, bzw. dem Ruhrgebiet. Diese jetzt zur Debatte stehende neue Bahnverbindung soll eine Alternative zum historischen „Eisernen Rhein“ darstellen und andere Schienenwege und die chronisch verstopften Autobahnen entlasten.

Der historische „Eiserne Rhein“ verband seit 1879 bis zur Einstellung des Zugbetriebs auf dieser Linie 1992 den Hafen von Antwerpen mit Mönchengladbach in Nordrhein-Westfahlen und war damals die kürzeste Verbindung zwischen Antwerpen und dem Ruhrgebiet. Schon seit 1999 fordern Verkehrsexperten die Reaktivierung des „Eisernen Rheins“, doch dies stieß und stößt vor allem auf niederländischer und deutscher Seite auf Proteste von Bürgern wegen möglicher Lärmbelästigung. In den südlichen Niederlanden wurde ein kleines Gelände kurzerhand zum Naturschutzgebiet erklärt, was die Sache nicht einfacher machte.

Doch inzwischen leiden alle anderen Güterbahnverbindungen, wie z.B. die sogenannte „Montzen-Linie“ von Antwerpen über Tongeren, den Moresneter Viadukt und Aachen-West nach Nordrhein-Westfahlen unter Kapazitätsengpässen und die meisten LKW verlieren Zeit im Staus. Also werden dringend Alternativen gefordert.

Jetzt steht eine Route für eine ganz neue Bahnverbindung auf der Tagesordnung, über die die drei betroffenen Länder Belgien (genauer das Bundesland Flandern, die Niederlande und Deutschland bzw. NRW gerade sprechen. Diese 3RX-Trasse genannte Bahnverbindung via Roermond, Venlo und Viersen habe die gleichen Vorteile, wie ein reaktivierter „Eiserner Rhein“, heißt es dazu, sei mit 770 Mio. € aber nur halb so teuer.

Flanderns Verkehrsminister Ben Weyts (N-VA) sagte am Dienstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass er so bald wie möglich alle Beteiligten an einen Tisch bringen möchte. Diese neue Bahnlinie könnte mittelfristig die Autobahnen zwischen Flandern und NRW um tausende LKW entlasten: „Bisher hält jeder ein bisschen an seiner eigenen Rechthaberei fest und jeder wollte etwas anderes. Darum haben wir verschiedene Trassen objektiv untersuchen lassen. Jetzt müssen wir diplomatische und politische Entscheidungen treffen.“